Diese Aktie gibt Gummi!

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Die Autobranche steckt im Umbruch. Wie wir die Aktie von Michelin sehen. (Foto: Cineberg / shutterstock.com)

Wie denken Sie eigentlich über Reifen-Aktien? Eigentlich müssten Michelin und Co. durch die Mobilitätswende keine Nachteile haben – gefahren wir schließlich auch weiter auf Reifen. Doch wie steht es um das Unternehmen an sich? Wir haben für Sie die Aktie ganz genau unter die Lupe genommen, alle Zahlen beleuchtet und einen Blick aufs Geschäft gewagt. Lesen Sie unsere Analyse und erfahren Sie, ob sich der Titel für Sie lohnen kann.

Doch vorab ein paar Eckdaten zum Unternehmen. Michelin ist mit 121.339 Mitarbeitern in mehr als 170 Ländern der Erde vertreten. Dabei erwirtschaften die 80 Werke auf allen Kontinenten einen Umsatz von rund 24 Mrd Euro. Der französische Konzern ist neben Goodyear und Bridgestone der größte Reifenhersteller der Welt. Produziert werden Reifen für Pkws und Lkws, Motorräder, Bagger, landwirtschaftliche Geräte und Flugzeuge. Zum Konzern gehören ebenfalls sechs Kautschukplantagen.

Hoffnung für Michelin?

Die 9 Monatszahlen fielen zwar durchweg negativ aus, dennoch blickt Michelin positiver als zuletzt auf das laufende Geschäftsjahr. Der Umsatz fiel im 3. Quartal um 9,5% auf 5,5 Mrd €. Davon gingen aber 4,1% Prozentpunkte auf das Konto von Währungseffekten. Im 1. Halbjahr war der Umsatzrückgang noch viel stärker gewesen, nach neun Monaten verzeichnete Michelin ein Minus von 16,8% auf 14,9 Mrd €. Bei den Pkw- und Light-Truck-Reifen ging die Nachfrage um 17% zurück.

Ein Rückgang von 6% im 3. Quartal zeigte einen robusten Aufschwung gegenüber dem Vorquartal. Bei den Lkw-Reifen ging es um 14% nach unten, wobei die starke Nachfrage nach Erstausrüstung in China den Rückgang im 3. Quartal auf 6% begrenzte. Jedes Jahr fallen weltweit bis zu 1,6 Mrd Alt- bzw. End-of-Life-Reifen (ELT) an, die ein großes und nur teilweise ausgeschöpftes Potenzial für die Materialrückgewinnung bieten; dort setzt das von Michelin koordinierte BlackCycle-Projekt an. Bereits fünf bis sechs Jahre nach Abschluss des Projektes könnte jeder zweite Altreifen entsprechend recycelt werden.

So sehen wir die Aktie

Michelin hat seine Prognose für 2020 angehoben und rechnet mit einem operativen Ergebnis (EBIT) von 1,6 Mrd €. Bisher war man von 1,2 Mrd € ausgegangen. Grund ist eine deutlichere Erholung der Reifennachfrage als zunächst erwartet. Dennoch weist Michelin darauf hin, dass das Geschäftsumfeld unsicher sei. Der Vorstand rechnet nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2022 damit, dass das Geschäft wieder das 2019er Niveau erreicht. Die Aktie ist bestenfalls Durchschnitt, Sie ist alles, nur kein Pflicht-Kauf!


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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