Diese Aktie gibt Gummi!

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Gummi ist ein gutes Geschäft. Wir erklären, was die Aktie von Semperit kann. (Foto: Jirapong Manustrong / Shutterstock.com)

Es gibt Aktien, die handeln komplett unter dem Radar. Meist liegt das daran, dass sich Anleger nicht vorstellen können, wie in einem bestimmten Geschäftsfeld Geld zu verdienen ist. Manchmal ist eine Branche auch einfach nur langweilig – so wie das Betätigungsfeld von Semperit.

Semperit besteht seit 1824 und gehört heute zu den führenden Konzernen der Kautschuk- und Kunststoffindustrie. Semperit gliedert sich in 4 Sparten: Sempermed (medizinische Gummihandschuhe, Schutzhandschuhe), Semperflex (Hydraulik- und Industrieschläuche, Elastomerplatten), Semperform (Rolltreppenhandläufe, Seilbahnringe, Filtermembrane, Produkte für den Eisenbahnoberbau) und Sempertrans (Förderbänder).

Von Krise keine Spur

Semperit profitiert von der Corona-Pandemie. Im 1. Halbjahr ging der Umsatz zwar um 4,2% zurück, der Gewinn hat sich jedoch vervielfacht. Verantwortlich waren geringere operative Kosten nach erfolgreicher Restrukturierung, die Höherbewertung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten sowie ein starkes Geschäft in der Sparte Sempermed. Bei einem Umsatzwachstum von 14,8% auf 169,7 Mio € erwirtschaftete die Sparte ein operatives Ergebnis von 110,7 Mio €. Geholfen haben die Pandemie-bedingt außergewöhnlich hohe Nachfrage nach medizinischen Schutzhandschuhen und die damit einhergehende Erhöhung der Marktpreise.

In den anderen Sparten hat sich die Pandemie negativ ausgewirkt. Hinzu kam der allgemeine Konjunkturabschwung. Am stärksten hat es die Sparte Semperflex getroffen. Der Umsatz ging um 18,6% auf 98,4 Mio € zurück und das operative Ergebnis um 21,6% auf 17,7 Mio €. Ende September hat das Management die Jahresprognose erhöht und erwartet jetzt ein operatives Ergebnis von 195 bis 230 Mio €. Hintergrund sind die gute Entwicklung in der Medizin- Sparte sowie Erholungstendenzen in den anderen Sparten.

Wie Sie die Aktie sehen sollten

Mittel- und langfristig wird sich der Konzern nur noch auf den Bereich Industriegummi konzentrieren. Denn das Management rechnet mit Umsatzrückgängen in der Medizin-Sparte, sobald ein Impfstoff gegen Corona auf den Markt kommt. Die Sparte wird aber frühestens Mitte 2021 verkauft. Allerdings muss der Staat den Verkauf nach dem Investitionskontrollgesetz genehmigen. Die Aktie ist grundsolide und die Bilanz des Unternehmens sehr stark.

Da Semperit zuletzt gar die Prognose angehoben hat, könnten Anleger schwach werden. Bedenken Sie aber, dass die Dividende gering ausfällt – gerade einmal 0,9% beträgt die Rendite. Auch birgt der Fokus auf Industriegummi auch Risiken. Ein wenig Medizin-Fantasie hätte der Aktie gut getan. Doch wohl wird der Bereich verkauft. Ob das so eine gute Idee war, wird sich zeigen müssen. Falls Sie die Investment-Story interessiert, können Sie getrost zugreifen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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