Bell: Diese Aktie ist ein Genuss

Es sind oft die kleinen, eher unbekannten Unternehmen, die uns besonders viel Spaß machen – Kostprobe gefällig? Dann lesen Sie weiter! (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Essen Sie gerne Fleisch? – Viele Menschen kommen bei dieser Frage fast schon in Verlegenheit.

Vegetarisch und vegan liegen im Trend

Tatsächlich gibt es einen bedeutsamen Trend hin zu veganen und vegetarischen Produkten.

Amüsant ist, dass inzwischen selbst fleischverarbeitende Betriebe auf den Zug aufspringen und aus Soja und anderen Ersatzstoffen Wurst zaubern, die das Herz der Vegetarier höher schlagen lässt.

Es ist also nicht so, dass Fleischbetriebe in einer sterbenden Branche unterwegs wären.

Doch zurück zur Eingangsfrage: Ich bin mir sicher, dass über 90% von Ihnen die Frage bejaht haben – Grund genug für eine Analyse der Aktie von Bell!

Es geht immer noch besser

Die Bell AG wurde 1869 in Basel gegründet. Der Betrieb stellt Fleischwaren fast aller Art her und ist auf seinem Heimatmarkt Marktführer.

Seit einiger Zeit ist Bell auch in Deutschland und auf den internationalen Märkten vertreten.

In der Vergangenheit wurde der Konzern schon öfters wegen illegaler Preis-Absprachen bestraft.

Bell hat sich im 1. Halbjahr erstklassig entwickelt und unsere Erwartungen übertroffen.

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konnten sich alle relevanten Kennzahlen verbessern:

Das sind die aktuellen Zahlen von Bell

Der Umsatz stieg um 7,6% auf 1,7 Mrd SFr. Unterm Strich legte der Gewinn um 9,2% auf 9,89 SFr pro Aktie zu. Allerdings hätten die Ergebnisse noch besser ausfallen können.

Anfang 2017 ist der Rohstoffpreis für Schweinefleisch deutlich gestiegen. Die höheren Einkaufs-Preise konnten nicht 1:1 an den Endverbraucher weitergegeben werden.

Die operative Marge ist etwas unter Druck geraten. Dafür sind Bell einige wichtige strategische Erfolge gelungen.

Mit der Übernahme der Hilcona-Gruppe ist der Konzern jetzt breiter aufgestellt als je zuvor. Die wettbewerbliche Genehmigung wird in diesem Quartal erfolgen.

Bell hat sich innerhalb weniger Jahre von einem reinen Fleischproduzenten zu einem breit aufgestellten Anbieter von Fleisch- und Convenience-Produkten entwickelt.

Ein weiterer Erfolg ist Bell im Rechtsstreit mit den deutschen Kartellbehörden gelungen.

Das angedrohte Bußgeld von 100 Mio. € wegen Wettbewerbs-Verfälschungen wurde abgewehrt. Das Verfahren wurde eingestellt.

Wir finden kein Haar in der Suppe

Für die 2. Jahreshälfte rechnet Bell mit weiteren Zuwächsen beim Umsatz und Gewinn.

Da die Rohstoffpreise für Schweinefleisch voraussichtlich in 2017 nicht wieder fallen werden, hat Bell ein umfassendes Kostensenkungs-Programm auf den Weg gebracht.

Die Aktie lässt Anlegern das Wasser im Mund zusammenlaufen.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.