Diese Aktie ist purer Luxus

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Die Reichen kratzt die Krise wenig. Trotzdem muss auch LVMH kleinere Brötchen backen. Wie wir die Aktie sehen. (Foto: TonyF3112 / shutterstock.com)

Luxus läuft immer? Irgendwie schon! Neueste Zahlen zeigen, dass die Zahl der Superreichen erneut zugelegt hat. Doch der Luxusmarkt lebt nicht unbedingt von Jeff Bezos, Bill Gates und Co. Der Markt für Luxusartikel lebt oft auch von Emporkömmlingen, die erst zuletzt zu Wohlstand gekommen sind. Ob diese Bevölkerungsgruppe zuletzt gewachsen ist? Ich bezweifle es. Auch aus diesem Grund spricht vieles dafür, die Aktie von Luxuskonzern LVMH ganz genau zu analysieren. Wir haben den Wert auf Herz und Nieren untersucht, erklären aber zunächst, was hinter LVMH alles steckt.

Die LVMH-Gruppe (Louis Vuitton Moét Hennessy), weltgrößter Luxusgüter-Konzern, produziert und vertreibt Weine & Spirituosen (Hennessy, Pommery), Mode- & Lederwaren (Louis Vuitton, Kenzo, Givenchy), Parfüms & Kosmetika (Dior, Guerlain), Schmuck & Uhren (TAG Heuer, Bulgari). Über ausgesuchte Boutiquen, Shops und Einzelhandelsketten (Sephora, Le Bon Marche) werden weitere Haute-Couture-Artikel angeboten.

Zuletzt schwache Entwicklung bei LVMH

LVMH hat 2019 seine globale Führungsposition im Luxussektor mit glänzenden Zahlen unterstrichen. Umsatz, Gewinn und freier Cashflow wurden zweistellig gesteigert. Mit einem organischen Wachstum von 17% und einer Gewinnsteigerung von 24% war der Bereich Fashion/ Lederwaren mit den Marken Dior und Vuitton einmal mehr Zugpferd der positiven Geschäftsentwicklung. Aber auch alle anderen Segmente und Regionen trugen zum Umsatzplus von 14,6% bei.

Die Dividende sollte entsprechend der Gewinnerhöhung um 13% angehoben werden. Aufgrund der Corona-Pandemie musste LVMH einen Großteil seiner Geschäfte und Produktionsstätten weltweit schließen. Statt Rekordmarken für 2020 anzusteuern, musste der Konzern in den Krisenmodus schalten. Um die Liquidität zu schonen, wurde die angekündigte Dividende um 30% auf 4,80 € je Aktie reduziert, das Management verzichtet 2020 auf die variable Bezahlung und der Aufsichtsrat auf 30% der Vergütung.

Im 1. Quartal war der Umsatz um 15% rückläufig. Die Bereiche Parfüm/Kosmetik (-18%), Uhren/Schmuck (-24%) und Einzelhandel (-25%) litten am stärksten. Etwas moderater fielen die Umsatzeinbußen in den Segmenten Wein/Spirituosen (-13%) und Fashion (-9%) aus.

Warum sich Warten lohnen kann

Aktuell rechnen wir erst 2021 mit neuen Rekordwerten. Aufgrund der Dynamik der Pandemie steht diese Prognose aber unter Vorbehalt. Die Aktie konnte sich von dem Tiefstwert Mitte März schnell erholen und notiert mit einem 2021er KGV von 26 am oberen Ende der historischen Spanne. Der Wert ist teuer. Im aktuellen Umfeld ist die Aktie kein Pflichtkauf. Wer dabei ist, kann sich aber auf bereits erzielten Gewinnen ausruhen. Die Aktie nimmt sicher bald wieder Fahrt auf.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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