Diese Aktie profitiert von Flüchtlingen

Erinnern Sie sich noch an die Situation vor 10 – 12 Jahren? Deutschland hatte damals ein echtes Problem mit seinem Arbeitsmarkt und galt als der kranke Mann Europas.

Doch seitdem hat sich einiges geändert:

Einerseits ist der Arbeitsmarkt flexibler geworden, was auch einige schlechtere Beschäftigungs-Verhältnisse mit sich gebracht hat.

Andererseits hat die Wirtschaft aber auch deutlich zugelegt und das Wachstum Fachkräfte rar gemacht.

An dieser Stelle greifen immer öfter Personal-Dienstleister ein: Wer Mitarbeiter sucht, macht das oft nicht mehr auf eigenen Faust, sondern sucht den Rat von Experten.

So macht es beispielsweise auch Adecco. Der Konzern ist Weltmarktführer für Lösungen im Personal-Bereich.

Zum Leistungs-Spektrum zählen neben der Vermittlung von Zeitarbeit Personal-Vermittlung, Outsourcing, Outplacement und Management auf Zeit.

Der Konzern ist 1996 aus der Fusion von Adia und der Ecco-Gruppe entstanden und in über 60 Ländern aktiv; beschäftigt über 32.000 Mitarbeiter in fast 5.570 Niederlassungen.

Frankreich ist mit einem Umsatz-Anteil von fast 25% Kernmarkt des Konzerns.

Adecco will Flüchtlinge in Jobs bringen

Adecco hat im 1. Halbjahr seinen Umsatz um 3,4% auf 11 Mrd. € gesteigert. Der Gewinn verblieb mit 1,96 € pro Aktie nahezu auf dem Vorjahres-Niveau.

Doch wirft man einen Blick auf das Vorjahr wird klar, wie schwer es Adecco tatsächlich hat:

Das Referenzjahr 2015 war eines der härtesten Geschäftsjahre der gesamten Konzern-Geschichte; der Gewinn brach hier um fast 99% ein, die operativen Margen stehen unter Druck und könnten sogar noch weiter fallen.

Gepaart mit den hohen Abschreibungen und Sonderbelastungen sieht es für Adecco in der nächsten Zeit düster aus.

Adecco versucht seine operativen Probleme abzustellen und investiert dazu in neue Märkte. Ob die Strategie aufgeht, bleibt abzuwarten.

Gleichzeitig sieht der Konzern aber auch wieder Potenzial in Europa. Hier macht sich Adecco gerade das kritische Thema „Flüchtlinge“ zu eigen.

Bleiben Sie besser vorsichtig

Mit der Vermittlung von Geflüchteten möchte der Konzern in Europa wieder durchstarten. Das Potenzial ist angesichts der enorm hohen Zuwanderungs-Zahlen gewaltig.

Doch noch schränken mangelnde Sprachkenntnisse und fehlende Berufs-Bildungen der Flüchtlinge das Marktpotenzial deutlich ein. Bislang können diese nur einfache Hilfstätigkeiten übernehmen.

Sollte die Integration aber mittelfristig gelingen, könnte sich Adecco hier ein wichtiges neues Standbein aufbauen.

Ob der Konzern aber die notwendigen Kompetenzen mitbringt, um mit diesem schwierigen Thema umzugehen, bleibt abzuwarten.

Auf Sicht von 6 – 12 Monaten erwarten wir nur noch eine unterdurchschnittliche Kursentwicklung; diese Aktie ist ganz sicher kein Muss!

8. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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