Diese Aktie steht für grenzenlose Freiheit

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Mit den Träumen der Menschen lässt sich gutes Geld verdienen. Doch jeder wacht einmal auf. (Foto: Best Backgrounds / shutterstock.com)

Wie klingt folgendes Szenario für Sie? Eine milde Brise zieht an Ihnen vorbei, vor Ihnen nur der weite Horizont und eine einsame, teilweise von Staub bedeckte Straße. Unter Ihnen ein Traum aus Stahl und Chrom. Die Gedanken fliegen und die große Freiheit ist ganz nah.

Was sich ein wenig kitschig anhört, kann wahr werden. Wer in den Westen der USA reist und sich ein Motorrad von Harley-Davidson mietet, ist dem Traum vieler Abenteurer schon sehr nah. Es sind Geschichten wie diese, die der Aktie von Harley-Davidson über Jahre auf die Sprünge geholfen haben. Doch auch wenn Träume schön sind, fokussieren wir uns lieber auf die Fakten. Die Aktie von Harley-Davidson haben wir daher für Sie analysiert. Ganz nüchtern und sachlich wie immer.

Zollstreit lastet auf Harley

Das Unternehmen wurde 1903 von William S. „Bill“ Harley und Arthur Davidson als Harley-Davidson Motor Co. gegründet und ist hauptsächlich in zwei Geschäftsfeldern aktiv: im Motorrad- und Zubehörsektor und im Bereich der Finanzdienstleistungen, in dem den Kunden und Händlern Finanzprodukte angeboten werden. Über 1.000 Händler weltweit vertreiben die legendären Motorräder, die Bekleidungslinie „MotorClothes“ und Utensilien rund ums Bike.

Die Geschäfte von Harley laufen schon seit einer Weile schlecht. Der Motorradbauer leidet unter den Handelskonflikten und unter der schwachen Nachfrage auf dem US-Markt. Im 3. Quartal brach der Gewinn um fast ein Viertel auf 86,6 Mio $ ein. Der Umsatz ging um knapp 5% auf 1,1 Mrd $ zurück. Vor allem bei US-Käufern hat Harley einen schweren Stand. Die Stammkundschaft wird immer älter, aber es gelingt nicht, genügend jüngere Käufer zu finden.

Außerdem wurde die Marke von Donald Trump scharf kritisiert. Der USPräsident hatte im vergangenen Jahr wegen Produktionsverlagerungen von Harley ins Ausland Boykottaufrufe seiner Anhänger unterstützt. Weil es durch Trumps Handelsstreit zu höheren Zöllen gekommen ist, steigen außerdem die Kosten: Der Zoll, den die EU auf die US-Motorräder erhebt, wurde im Vorjahr auf 31% angehoben. Vorher lag er bei 6%.

Was für Harley und gegen die Aktie spricht

Mit seinem ersten E-Bike LiveWire betritt Harley bei der Elektrifizierung seiner Produktpalette ebenso Neuland wie die großen Autohersteller. Probleme mit dem Ladesystem für den Akku führten zu einem vorläufigen Verkaufsstopp. LiveWire wurde erstmals 2014 vorgestellt – allerdings dauerte es dann noch lange, bis die Entwicklung einen Stand erreichte, auf dem man das Motorrad in den Handel bringen konnte.

Dass es, trotz der langen Vorbereitung so schnell zu Problemen kommt, dürfte für einiges Ungemach sorgen. 2019 hatte Harley geplant, zwischen 212.000 und 217.000 Maschinen an seine Händler auszuliefern. Das wären 5 bis 7,5% weniger als 2018. Eine solche Schwäche geht auch am Kurs nicht spurlos vorüber. Bleiben sie der Aktie fern. Ein Motorrad von Harley ist aktuell wertstabiler.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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