Diese Aktie steht unter Strom

RWE RED – shutterstock_744382690

Gefallene Helden stehen gerne wieder auf. So auch RWE. Wie wir den Wert heute sehen. Unsere Analyse! (Foto: Tobias Steinert / shutterstock.com)

Aktien von Versorgern galten lange Jahre als sichere Bank. Geld kam bei Unternehmen wie RWE oder E.ON schließlich ständig rein. Auch lieferten die Aktien eine sichere Dividende. Doch dann kam die Energiewende und viele der ehemals soliden Dickschiffe gerieten ins Straucheln. Inzwischen hat sich die Situation wieder gebessert und es gibt auch bei Energieversorgern wieder Lichtblicke. Zuletzt legte beispielsweise RWE gute Halbjahreszahlen vor. Wie wir die Aktie heute einschätzen, erfahren Sie in unserer Analyse. Doch zunächst ein paar Hintergründe zum Unternehmen.

RWE hat sich verändert

RWE zählt zu den fünf führenden Strom- und Gasversorgern in Europa. Im Herbst 2016 hat sich der Konzern als Konsequenz aus dem Atomausstieg aufgespalten und die Tochter innogy an die Börse gebracht. Die Aktivitäten umfassen seitdem die konventionelle Energieerzeugung und den Energiehandel.  RWE steht vor der Umsetzung des vereinbarten Tauschgeschäfts mit E.ON. Nachdem der Erwerb der für RWE bestimmten Geschäftsaktivitäten von der Europäischen Kommission und den nationalen Wettbewerbsbehörden genehmigt wurde, steht jetzt nur noch die Freigabe des E.ON-Teils der Transaktion durch die EU-Kommission aus.

Sobald auch diese Genehmigung vorliegt, wird die Transaktion in zwei Schritten abgeschlossen. Zunächst erhält E.ON die 76,8%-Beteiligung an innogy sowie eine Zahlung von 1,5 Mrd €, während RWE eine Finanzbeteiligung an E.ON (16,7%) sowie die von E.ON gehaltenen Minderheitsanteile an den Kernkraftwerken Gundremmingen (25%) und Emsland (12,5%) übernimmt. Im zweiten Schritt wird E.ON dann die eigenen sowie die zu innogy gehörenden Geschäfte mit erneuerbaren Energien RWE überlassen.

Wie wir die Aktie heute sehen

Zudem erhält RWE aus dem innogy-Portfolio das Gasspeichergeschäft und die Minderheitsbeteiligung am österreichischen Energieversorger Kelag (37,9%). Damit wird RWE zum zweitgrößten Offshore- Windparkbetreiber und zu einem global führenden Erzeuger von erneuerbaren Energien aufsteigen. Für den Ausbau des Geschäfts stellt RWE jährlich 1,5 Mrd € bereit.

Das gute operative Ergebnis (EBITDA) von 1,1 Mrd € (+37%) im 1. Halbjahr verschafft dem Unternehmen nach eigenen Angaben Rückenwind für die nächsten Monate: „Der Rahmen für die künftige RWE Renewables ist definiert, wir haben die Führungsmannschaft benannt, und die Integration ist vorbereitet“, so das Management.  Aufgrund der guten Zahlen zuletzt ist RWE aus unserer Sicht gut aufgestellt. Allerdings dürfte der Kohleausstieg Gegenwind bedeuten. Aktien wie RWE sind längst nicht mehr die sichere Bank, die sie einmal waren. Es gibt für Sie bessere Alternativen!

Energie Kohle Wind Solar – shutterstock_166781276

Milliardendeal zwischen E.ON und RWE ordnet die Branche neuDie von RWE und E.ON geplante Marktaufteilung erfolgt wegen ihrer Komplexität in mehreren Schritten. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Volker Gelfarth. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz