Diese Aktie war mal ein Dauerläufer

Ehemalige Überflieger üben noch immer einen großen Reiz auf Anleger aus. Wir haben eine Überflieger-Aktie für Sie analysiert. (Foto: Mr.Raw / Shutterstock.com)

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Arbeitstag? Sofern Sie im Büro tätig waren, haben Sie bestimmt ganz genau darauf geachtet, dass Ihre Schuhe sauber und gepflegt sind. Auch kamen mit höchster Wahrscheinlichkeit Lederschuhe zum Einsatz. Und heute? Die Grenzen zwischen seriösen Schuhen für den Arbeitsalltag und Freizeit sind verschwommen. Sneaker gelten sogar zum Anzug als schick – zumindest in angesagten Agenturen in Berlin Mitte.

Wer immer die neuesten Sneaker-Modelle im Schrank haben will, kommt nicht umher, Fachgeschäfte aufzusuchen. Gerade bei Schuhen lohnt es sich noch am ehesten, nicht online zu bestellen. Aus diesem Grund sind auch die Aussichten für die Schuh-Kette Footlocker ziemlich gut. Doch der Reihe nach.

Die Umsätze schwächeln

Foot Locker ist eines der größten Einzelhandelsunternehmen in Nordamerika. International ist der Konzern mit 3.349 Spezialgeschäften (Sportbekleidung, -schuhe und -ausrüstung) in 23 Ländern vertreten. Hinzu kommt der direkte Verkauf über Kataloge und das Internet (footlocker.com/Eastbay). footlocker.com managt außerdem den Shop- und Katalogverkauf der National Football League (NFL). Foot Locker macht seinen Anlegern Hoffnung auf ein Ende der Talfahrt.

Nachdem der Aktienkurs seit Mai um mehr als 60% eingebrochen war, ging es um rasante 88% nach oben. Der Konzern meldete besser als erwartete Zahlen für das 3. Quartal und zeigte sich zuversichtlich für das Weihnachtsgeschäft. Richtig gut waren die Ergebnisse nicht, aber der Markt hatte Schlimmeres erwartet. So war der Umsatz um 0,8% auf 1,87 Mrd $ zurückgegangen, wobei auch Währungseffekte einen positiven Einfluss hatten.

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Die Verkäufe einiger Top-Artikel hatten enttäuscht. Zudem hat es an innovativen neuen Produkten gemangelt. Die vergleichbaren Umsätze dürften im Geschäftsjahr 2017 3 bis 4% niedriger ausfallen – im 3. Quartal fielen sie um 3,7%. Unterm Strich war der Gewinn um mehr als ein Drittel auf 102 Mio $ gesunken. Der Abbau von Stellen und die Schließung unrentabler Filialen belasteten das Ergebnis. Grund war auch eine Sonderbelastung vor Steuern im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit über die Altersvorsorge.

Niedrige Bewertung als Chance?

Der Einzelhändler für High-End-Sportschuhe muss sich die Frage stellen, wie er gegen die Konkurrenz im Internet bestehen will. Foot Locker hat, wie viele Sporthändler, schon länger damit zu kämpfen, dass immer weniger Kunden in die Läden kommen.

Ketten wie Sports Authority oder Sports Chalet mussten bereits Insolvenz anmelden. Das hat auch Konsequenzen für die Hersteller. Under Armour  musste seine Prognose streichen, und Nike  machen die vollen Lager zu schaffen.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.