Diese beiden Aktien sind einen genaueren Blick wert

Aktien aus dem Papier-Sektor gelten im Allgemeinen als langweilig. Nicht so bei diesen beiden Werten, die einen genaueren Blick wert sind. (Foto: noomcpk / shutterstock.com)

Mayr-Melnhof Karton hat 2017 trotz eines verhaltenen Starts leicht über dem Ergebnisniveau des Vorjahres abgeschlossen. Mit einem vor allem preisbedingt gestärkten 2. Halbjahr gelang es Mayr-Melnhof, der aufgrund eines signifikanten Altpapierpreisanstieges schwächeren ersten Jahreshälfte erfolgreich gegenzusteuern.

Der Umsatz belief sich auf 2,34 Mrd. € und lag damit um 2,8% über dem Vorjahreswert. Der Anstieg wurde von beiden Divisionen getragen und ist vor allem preisbedingt. Mit 215 Mio. € wurde ein operatives Ergebnis (EBIT) leicht über dem Vorjahr erzielt. Beide Sparten trugen durch insgesamt hohe Kapazitätsauslastung sowie konsequentes Preis- und Kostenmanagement zur Ergebnisqualität bei. Während Mayr-Melnhof Karton bei Ergebnis und Marge wieder aufholen konnte, entwickelte sich Mayr-Melnhof Packaging mit einer EBIT-Marge über 10% weiterhin auf hohem Niveau.

Mayr-Melnhof Karton belohnt Anleger mit steigender Dividende

Entsprechend der soliden Ergebnisentwicklung wird der Hauptversammlung eine Dividende von 3,10 € für 2017 vorgeschlagen. Die Kartonwerke produzierten mit 1,69 Mio. Tonnen etwas mehr als im Vorjahr. Der Kartonabsatz entwickelte sich im Gleichklang mit der Produktion. Mit der Akquisition eines Verpackungsstandortes für Kosmetik- und Körperpflegeprodukte in Polen, setzte Mayr-Melnhof Packaging die Erweiterung des Portfolios im hochwertigen Produktbereich fort. Mayr-Melnhof plant 2018 weiter zu wachsen, sowohl mit dem Markt als auch durch Verdrängung.

Vor dem Hintergrund des intensivierten Wettbewerbs bleibt es Mayr-Melnhofs Ziel, die Margen durch Preisdisziplin, Kosteneffizienz und Flexibilität zu sichern.

Unternehmensporträt

Die Mayr-Melnhof Gruppe wurde vor mehr als 100 Jahren gegründet und ist der weltweit größte Hersteller von Recyclingkartons, Europas führender Produzent von Faltschachteln sowie ein bedeutender europäischer Verpackungshersteller für Zigaretten und Süßwaren. Die Leistungen von Mayr-Melnhof konzentrieren sich ausschließlich auf diese Kernbereiche, die in drei operativen Segmenten geführt werden.

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UPM-Kymmene erzielt Rekordergebnis

Dank günstiger Marktbedingungen, rechtzeitiger Wachstumsinvestitionen und einer erfolgreichen Reduzierung der Kosten war 2017 für UPM-Kymmene ein Rekordjahr. Das vergleichbare operative Ergebnis (EBIT) stieg um 13%. Durch den starken Cashflow wurde die Nettoverschuldung im Jahresverlauf um 957 Mio. € auf ein Rekordtief von 174 Mio. € reduziert. UPM-Kymmene konnte die Preise und Liefermengen erhöhen.

Die Sparte Biorefining profitierte von höheren Zellstoffpreisen und einem höheren Absatz. Die Zellstofffabriken sowie die Bioraffinerie Lappeenranta erzielten Rekordwerte bei der jährlichen Produktion. Die Bereiche Raflatac, Spezialpapier und Plywood glichen höhere Rohstoffkosten durch steigende Lieferungen und Verkaufspreise aus.

Bei UPM-Kymmene Energy erholte sich die Wasserkrafterzeugung über das normale Niveau. Auch UPM-Kymmene Papier erzielte trotz steigender Faserkosten ein starkes Ergebnis. UPM-Kymmene hat eine Umweltverträglichkeitsprüfung für eine Bioraffinerie in Mussalo im Südosten Finnlands in Auftrag gegeben. Bei einer Entscheidung zugunsten des Baus einer nach Lappeenranta zweiten Bioraffinerie in Finnland könnten dort jährlich 500.000 t Treibstoff hergestellt werden. Dabei sollen aber andere Rohmaterialien und ein anderes Produktionsverfahren als in Lappeenranta genutzt werden.

UPM-Kymmene ist für 2018 gut positioniert

Der Konzern bietet nachhaltige und sichere Lösungen für die wachsende globale Nachfrage. Zudem wird UPM-Kymmene die Maßnahmen zur Senkung der fixen und variablen Kosten fortführen.

Unternehmensporträt

Der drittgrößte Papierhersteller der Welt ging 1996 aus dem Zusammenschluss der Kymmene Corporation mit Repola und deren Tochterunternehmen United Paper Mills hervor. Heute gliedert sich UPM-Kymmene in fünf Bereiche: Biorefining, Energie, Raflatac, Papier und Zellstoff. Das Unternehmen betreibt mehr als 100 Fabriken in 15 Ländern, schwerpunktmäßig in Europa.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.