Diese beiden Unternehmen geben in der Bekleidungsbranche den Ton an

Skechers und Inditex glänzen durch starkes Wachstum und beständiger Innovationskraft, die bei den Kunden gut ankommt. (Foto: Rawpixel.com / shutterstock.com)

Skechers hat 2017 mit einem Umsatzrekord von 4,1 Mrd. $ (+16,9%) abgeschlossen und damit erstmalig in seiner 25jährigen Geschichte die 4 Mrd. $-Grenze geknackt.

Die Gewinnentwicklung konnte mit dem Umsatzwachstum wie erwartet nicht Schritt halten. Aufgrund eines Verlustes im 4. Quartal ging der Jahresgewinn um 26,5% auf 179,1 Mio. $ zurück. Der Quartalsverlust resultierte aber nicht aus einer schlechten Geschäftsentwicklung, sondern aus der US-Steuerreform.

Klammert man den Steuereffekt aus, hätte Skechers ein Gewinnniveau von 279 Mio. $ und eine Umsatzrendite von 6,7% erreicht. Die operative Marge lag mit 9,2% unter dem Vorjahreswert von 10,4%. Die Internationalisierung des Geschäfts und das hohe Tempo bei den Filialneueröffnungen erhöhen die operativen Kosten.

Das internationale Großhandelsgeschäft wurde um 24,3% ausgebaut und der internationale Einzelhandel um 21,9%. Zum Jahresende ist das Filialnetz auf 2.570 Geschäfte angestiegen. Es lohnt sich aber: Das internationale Geschäft entwickelt sich deutlich dynamischer als der Heimatmarkt. Auf vergleichbarer Fläche haben die Umsätze international um 10,1% zugelegt und in den USA um 6,4%.

Das Management geht davon aus, auch 2018 zweistellig wachsen zu können

Die hohen Investitionen in das Marketing und globale Werbeikonen zahlen sich aus. Skechers weitet seinen Marktanteil aus und gewinnt als internationale Marke stark an Relevanz. Wir bleiben bei unserer Einschätzung und halten das KGV von 17,1 angesichts des werthaltigen Wachstums für moderat. Skechers bleibt in der Bekleidungsbranche ein Topwert.

Unternehmensporträt

Skechers USA ist eine führende Schuhgeschäftkette (Schuhe, Sandalen, Sportschuhe, Stiefel). Der Konzern vertreibt seine Schuhe über den Handel, über eigene Schuhläden und über die E-Commerce-Webseite Skechers.com. Das Unternehmen ist in den USA und Kanada, in Europa und in Asien präsent. Produziert wird hauptsächlich in China.

Branchenprimus Inditex legte hervorragende Zahlen für die ersten 9 Monate 2017 vor und konnte an den Erfolg des Rekordjahres 2016 anschließen

Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,5% auf knapp 18 Mrd. €. Der Gewinn stieg um 6,2% auf 2,3 Mrd. €. Hauptgrund für den Erfolg ist die konsequente Expansionsstrategie. Allein in den ersten 9 Monaten 2017 eröffnete Inditex neue Läden in 52 Ländern. Unter anderem wurden 7 Marken des Unternehmens in Weißrussland eingeführt.

Am Ende des dritten Quartals unterhielt das Unternehmen 7.504 Läden in 94 Ländern. Neben den Ladengeschäften unterhält Inditex eine gut organisierte Onlineshopping-Plattform, die auch in Indien eingeführt wurde.

Starkes Online-Geschäft

In der Verzahnung der Ladengeschäfte mit dem Onlinegeschäft liegt eine weitere Stärke des Konzerns. Das Unternehmen experimentiert zur Zeit mit Zustellungen noch am selben Tag. Nicht zuletzt ist der Produktionsort entscheidend für den Erfolg von Inditex.

Das Unternehmen produziert einen Großteil seiner Kollektion in Europa und verzichtet somit auf die ethisch bedenkliche Billigstproduktion in Fernost, von der sich Konkurrenten finanzielle Vorteile versprechen. Auch wenn dieser Fakt für immer mehr Kunden interessant wird, ist der entscheidende Faktor die Geschwindigkeit. Die Läden und Marken von Inditex können viel schneller auf Trend- und Wetteränderungen reagieren.

Ich erwarte, dass Inditex seinen Expansions- und Wachstumskurs langfristig aufrecht erhalten kann und rechne mit einer überdurchschnittlichen Kursentwicklung.

Unternehmensporträt

Der spanische Modekonzern Inditex (Industria de Diseño Textil SA) gehört zu den weltweit führenden Unternehmen in der Bekleidungsbranche. Inditex verfügt über 8 Marken: die Kernmarke ZARA (Umsatzanteil 66%), Bershka (9%) und die kleineren Marken Pull & Bear, Massimo Dutti, Stradivarius, Oysho, Zara Home und Uterqüe. Das Unternehmen ist mit 7.504 Stores in 94 Ländern der Welt tätig.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.