Diese DAX-Tochter kommt mit Rückenwind zum Börsengang

Der leichte Negativtrend hält weiter an:

Auch die neue Börsenwoche beginnt mit schwächelnden Kursen, allein der deutsche Leitindex DAX notiert im Vergleich zu Freitag fast 1 Prozentpunkt niedriger.

Zu den wenigen Gewinnern zählt heute die Aktie des Energieversorgers E.ON.

Der Grund: Klaus Schäfer, Chef der Eon-Kraftwerks-Tochter Uniper, sieht für sein Unternehmen eine „gute Basis“ für den im September geplanten Börsengang.

Zwar sei das Marktumfeld „weiterhin schwierig“, es gäbe jedoch einige erfreuliche Entwicklungen.

Schäfer bezog sich dabei vor allem auf die Großhandelspreise für Strom, die sich erkennbar von den Tiefständen zu Jahresbeginn erholt hätten.

Außerdem würden zwei der wichtigsten Märkte für Uniper – Schweden und Großbritannien – aktuell ihre regulatorischen Bedingungen verbessern.

Durchwachsene Halbjahres-Zahlen

Die heute präsentierten Halbjahres-Zahlen fielen noch durchwachsen aus. Zwischen Januar und Juni verhagelten milliardenschwere Wertberichtigungen auf Kraftwerke und Gasspeicher die Uniper-Bilanz.

Unter dem Strich musste das Unternehmen einen Nettoverlust von 3,9 Mrd. € ausweisen.

Die hohen Abschreibungen wurden vollzogen, da nach Einschätzung des Konzerns nicht mehr gewährleistet sei, „dass alle Anlagen bis zum Ende ihrer technischen Laufzeit in Betrieb bleiben können“, erklärte Uniper-Finanzvorstand Christopher Delbrück.

Negativ schlugen sich auch die niedrigen Strom-Großhandelspreise in Deutschland und Skandinavien sowie ein Großbrand in einem russischen Kraftwerk nieder.

Handelsgeschäft läuft gut

Positiv entwickelte sich hingegen das Handelsgeschäft:

Dank günstigerer Konditionen bei langfristigen Verträgen für Erdgas aus Russland und positiven Impulsen aus dem globalen Handelsgeschäft stieg der bereinigte Konzerngewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 0,5 auf 1,1 Mrd. €.

Entsprechend geht Uniper laut Schäfer „mit einem gewissen operativen Rückenwind auf die Zielgerade zur Börsen-Notierung“.

Im September wird Eon seine Tochter Uniper, in der die konventionellen Gas-, Wasser- und Kohlekraftwerke sowie der Energiehandel zusammengefasst sind, an die Börse bringen.

Rund 53% der Uniper-Aktien wird E.ON an seine Aktionäre verteilen. Für jeweils 10 E.ON-Aktien werden diese automatisch zusätzlich eine neue Uniper-Aktie erhalten.

In einem späteren Schritt will sich der Energie-Riese dann auch von den restlichen Papieren trennen.

22. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Philipp Ley. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt