Diese Internet-Giganten sind nicht mehr zu schlagen

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Die Marktmacht von Alphabet und Facebook hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt, sie gehören zu den am meisten besuchten Internetseiten weltweit. (Foto: Alexey Boldin / Shutterstock.com)

Wenn es um die Besucherzahlen von Internetseiten geht, stehen die Plattformen von Alphabet und Facebook regelmäßig ganz weit vorne. Diese Marktmacht hat sich in den vergangenen Jahren noch verstärkt, denn die Konkurrenz hat kaum etwas entgegenzusetzen. Die Marktanteile nehmen monopolartige Züge an. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass beide Konzerne 2019 mit Rekordergebnissen abgeschlossen haben.

Wachstumsraten jenseits der 30% und Margen im hohen zweistelligen Bereich sind schon üblich geworden. Deshalb reagieren die Aktienkurse bereits empfindlich, wenn kleine Schönheitsfehler in den Bilanzen auftreten. So wurde Facebook trotz Rekordergebnissen nach Bekanntgabe der Zahlen mit Kursverlusten von bis zu 8% abgestraft. Anders als in der westlichen Welt ist Facebook in China verboten. Hier hat sich Tencent mit ähnlichen Angeboten durchgesetzt. Gleichzeitig hat sich Tencent zu einer Holding für Computerspieleentwickler etabliert. Die Erfolge von Tencent sind mit den Erfolgen von Facebook oder Alphabet vergleichbar.

Streaming ist ein Mega-Trend: Jetzt kommt Gegenwind

Der Unterhaltungsmarkt boomt. Tencent setzt mit seinen Beteiligungen an Spieleentwicklern auf die richtige Karte. Auch Facebook investiert kräftig in den Ausbau seiner Browser-Spiele, aber auch auf neue Funktionen wie Dating-Anwendungen oder digitale Bezahlprozesse. Wenn es um die Unterhaltung im Internet geht, kommt man an Netflix nicht mehr vorbei. Der Streamingdienst-Anbieter hat sich zu einer echten Branchengröße entwickelt, bekommt jetzt aber zunehmend Gegenwind von Walt Disney, Amazon und Apple.

Eine kurze Hommage – Springer verlässt die Börsenwelt

Kaum ein anderer Medienkonzern hat den strukturellen Wandel der Branche so gut gemeistert wie Axel Springer. Der Zeitungsverleger aus Familienhand hat die Digitalisierung frühzeitig erkannt und weitsichtig umstrukturiert, die operative Geschäftsentwicklung neu ausgerichtet und entgegen zahlreichen Widrigkeiten letztlich sogar vom digitalen Wandel profitiert.

Während andere Zeitungshäuser reihenweise pleite gingen, betrugen die digitalen Umsätze bei Springer zuletzt weit mehr als zwei Drittel. Dabei hat Springer auf eine Kombination aus freien und bezahlbaren Inhalten gesetzt und so die Qualität des Journalismus im Internet sichergestellt. Kaum ein anderer Zeitungskonzern hatte den Mut, ähnliche Schritte zu gehen. Mit den Übernahmen von TV-Sendern und Streaming-Diensten hat sich Springer dann in wenigen Jahren zu einem Multimedia-Konzern weiterentwickelt.

Doch die Erfolgsgeschichte kam zuletzt ins Stocken. Springer hat weiterhin große Ziele und möchte nach der Digitalisierung jetzt die Internationalität des Konzerns vorantreiben. Hierzu fehlt aber schlichtweg das Geld. Deshalb hat sich die Konzernerbin Friede Springer zusammen mit dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden Döpfner dazu entschieden, das Übernahmeangebot des Finanzinvestors KKR anzunehmen. In diesem Zuge wird ein Delisting-Verfahren angestrebt, das noch 2020 abgeschlossen sein soll. Wir bedauern diesen Schritt, denn damit verlieren Sie und ich die Möglichkeit, sich an dem traditionsreichen Familienkonzern zu beteiligen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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