Diese Minenaktie sollten Sie kennen

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Im Segment der Minenaktien gibt es viele bekannte Namen wie Barrick Gold. Doch auch Werte aus der zweiten Reihe wie Wheaton Precious Metals sind spannend. (Foto: TTstudio / shutterstock.com)

Die Berichtssaison läuft auch im Rohstoff-Sektor auf Hochtouren. Besonders spannend ist aktuell auf jeden Fall der Minensektor – egal ob Gold oder Silber. Ein Unternehmen verbindet sogar sehr gut beide Bereiche und das auch noch mit einem ungewöhnlichen Geschäftsmodell: Ich spreche hier vom Streaming-Unternehmen Wheaton Precious Metals.

Bis vor wenigen Jahren firmierte das kanadische Unternehmen noch unter Silver Wheaton, weil der Fokus klar beim Silber lag. Doch das hat sich zuletzt verändert. Jetzt spielt Gold eine immer größere Bedeutung.

Kurz für Sie zur Erklärung was ein Streaming-Unternehmen von einem normalen Minenwert unterscheidet: Die Streaming-Unternehmen kaufen das Gold oder Silber bei Minenbetreibern zu festgelegten Preisen ein. Das Streaming-Unternehmen betreibt selbst aber keine Minen. Das ist ein Geschäftsmodell mit Vorteilen für beide Seiten.

Streaming-Firmen wie Wheaton Precious Metals überzeugen mit dem Geschäftsmodell

Dazu müssen Sie wissen, dass Silber beispielsweise oft als Beiprodukt von anderen Metallen anfällt – sehr oft ist das Kupfer. Die Betreiber der Minen konzentrieren sich auch auf das Kupfer und sind froh, wenn Firmen wie Wheaton Precious Metals den Silberanteil stetig abnehmen. Für Wheaton Precious Metals liegen die Vorteile klar auf der Hand: Die Firma muss selbst keine Minen betreiben und bekommt doch regelmäßig die vereinbarten Mengen geliefert.

Gerade in den turbulenten Zeiten in der Minenbranche mit massiven Kursverlusten selbst bei den Marktführern haben sich die Streaming-Unternehmen wie eben Wheaton Precious Metals deutlich besser gehalten als die Konkurrenz. Und auch in den vergangenen Monaten ging es deutlich nach oben bei vielen Unternehmen aus diesem Segment.

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Wheaton Precious Metals ist beispielsweise erst kürzlich auf das höchste Niveau seit rund 5 Jahren geklettert und hat seit dem Tief im Dezember 2018 bis jetzt um knapp 70% zugelegt – also deutlich mehr als die Preise der Edelmetalle.

Weiterhin hohe operative Margen

Die positive Entwicklung der Edelmetalle hat sich jetzt auch in der Bilanz zum ersten Halbjahr deutlich niedergeschlagen. So sind die operativen Margen bei Wheaton Precious Metals weiterhin extremhoch. Die Produktionskosten beim Silber werden beispielsweise bei einem Marktpreis von knapp 15 USD pro Unze nur mit rund 5 USD angegeben. Beim Gold stehen Produktionskosten von niedrigen 420 USD pro Feinunze einem durchschnittlichen Marktpreis von 1.320 USD gegenüber.

Durch einmalige Ausgleichszahlungen wurde allerdings die Bilanz in diesem abgelaufenen Quartalnegativ belastet, so dass unterm Strich ein deutlicher Quartalsverlust anfiel. Doch das Management ist zuversichtlich für den weiteren Verlauf in diesem Jahr. So hat das Management die bestehende Produktionsprognose mit 690.000 Unzen Goldäquivalent jetzt nach den Zahlen bestätigt.

Da im zweiten Halbjahr auch keine bilanziellen Anpassungen mehr zu erwarten sind, sollte auch die Ertragskraft wieder zulegen. Und genau das wollen die Investoren auch sehen. Dennoch hat die Aktie als Reaktion auf die Zahlen erst einmal leicht nachgegeben – aber das ist wohl nicht mehr als eine Momentaufnahme.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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