Diese Neuerungen bringt 2019 für die Autobauer

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Fahrverbote und Musterfeststellungsklage schaffen 2019 neue Fakten. Für die Aktien von BMW, Daimler und VW nicht unbedingt gute Nachrichten. (Foto: AR Pictures / shutterstock.com)

Eine Branche, die 2018 besonders im Fokus der Anleger sowie auch der öffentlichen Debatte stand, war die Automobilindustrie. Sowohl der Konjunkturknick im dritten Quartal als auch die allgemeine Dax-Schwäche lassen sich nicht zuletzt darauf zurückführen, dass BMW, Daimler und Volkswagen immer wieder unter die Räder gerieten.

Da waren immer wieder neue Enthüllungen und Ermittlungen rund um die Manipulationsvorwürfe im Dieselskandal, aber auch alle paar Wochen Meldungen über Gerichtsurteile zu Fahrverboten für ältere Dieselfahrzeuge in deutschen Innenstädten.

Erstes großflächiges Dieselfahrverbot in Kraft

Seit dem 1. Januar nun gilt das erste ganzjährige und großflächige Fahrverbot im Stuttgarter Stadtgebiet, zunächst nur für auswärtige Fahrer, ab dem 1. April dann auch für die Stuttgarter Bürger selbst. Zwar gibt es Ausnahmen, beispielsweise für Handwerksbetriebe oder Pflegedienste, doch unterm Strich ist damit eine neue Faktenlage geschaffen, mit der es umzugehen gilt.

Die Tendenz ist klar: Weitere – mehr oder weniger umfassende – Fahrverbote in weiteren Städten werden wohl 2019 folgen und nach den jüngsten Gerichtsurteilen auch auf europäischer Ebene könnten auch neuere Dieselfahrzeuge betroffen sein. Selbst Autofahrer, die im Zuge des Umtauschprogramms der Hersteller also ihren alten gegen einen neuen Diesel getauscht haben, sind noch nicht unbedingt aus dem Schneider.

Die Autobauer selbst sind bemüht, den Schaden für sich selbst soweit es geht zu begrenzen. Dass sie für europäische Autofahrer im Gegensatz zu US-Kunden beispielsweise keinen Schadenersatz in entsprechender Höhe entrichten müssen, kam ihnen bislang entgegen.

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Musterfeststellungsklage mit großer Resonanz

Eine weitere Neuerung zum neuen Jahr ist nun aber die Musterfeststellungsklage – ein juristisches Instrument, das Verbraucherklagen gegen Unternehmen vereinfachen soll, da sich zahlreiche Kläger einem Verfahren anschließen können, in dem zunächst geprüft wird, welche Ansprüche bestehen. Zwar muss im Anschluss noch individuell prozessiert werden, doch die Richtung ist damit vorgegeben.

Zugeschnitten ist das Ganze auf Volkswagen, wo der Dieselskandal seinen Anfang genommen hatte. Die Resonanz ist überwältigend und aus Konzernsicht beunruhigend: Mehr als 300.000 betroffene VW-Besitzer haben sich der Musterfeststellungsklage bis zur Frist am Jahresende eingetragen.

Das Verfahren dürfte sich eine ganze Weile hinziehen. Für Volkswagen bedeutet das: Zurück zur Normalität vor Dieselgate wird man wohl auch im Jahr 2019 nicht finden. Zwar setzt die Branche inzwischen insgesamt auf eine breit angelegte Elektrifizierung ihrer Flotte, bereits in den 2020er Jahren sollen die letzten Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor vom Band rollen.

Doch bis dahin sind noch eine Menge Probleme zu lösen. Bislang gibt es wenig Anlass, davon auszugehen, dass die Aktien von BMW, Daimler und VW 2019 wieder auf die Überholspur wechseln werden. Am ehesten dürfte das noch bei den Stuttgartern gelingen: Dort wird es im Frühjahr einen Wechsel an der Spitze geben, wenn der langjährige Konzernchef Dieter Zetsche abtritt.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.