Diese Ölaktie sollten Sie sich anschauen

In der gestrigen Ausgabe habe ich Ihnen die Hintergründe des jüngsten Ölpreisrutschs erläutert. Wenngleich dafür auch fundamentale Faktoren verantwortlich sind, reichen diese zur Erklärung des massiven Preisverfalls nicht aus.

Das Ausmaß des Rückgangs ist meines Erachtens übertrieben. Über kurz oder lang halte ich eine Stabilisierung für wahrscheinlich. Vor diesem Hintergrund könnte es sich für mutige Anleger auszahlen, sich die schwer gebeutelten Werte aus der Ölbranche einmal näher anzuschauen.

Massive Kursverluste bei Ölzulieferern

Die Aktien von Ölkonzernen und -zulieferern sind die großen Verlierer des Einbruchs. Ihre Notierungen sind im Einklang mit dem Ölpreis in den vergangenen Wochen massiv unter Druck geraten.

Die Aktie des weltweit größten Ölkonzerns ExxonMobil ist mit einem Rückgang von rund 18% gegenüber dem Jahreshoch dabei noch vergleichsweise glimpflich davongekommen.

Weitaus heftiger hat es die Zulieferbranche erwischt. So büßte der US-Konzern Schlumberger seit Anfang Juli rund ein Drittel seines Börsenwerts ein. Die Aktie von Halliburton hat sich in nicht einmal fünf Monaten sogar halbiert.

Gesunkener Ölpreis belastet Umsätze und Gewinne

Derzeit befürchten die Anleger, dass es für die Firmen aus der Branche schwierig wird, bei derart niedrigen Ölpreisen überhaupt noch Geld zu verdienen. Diese Befürchtung ist tatsächlich nicht ganz unbegründet. Natürlich wird der gesunkene Ölpreis Umsätze und Gewinne der Ölfirmen erheblich beeinträchtigen.

Eines vergessen die Anleger jedoch: Sinkt der Ölpreis, gehen auch die Produktionskosten tendenziell zurück. Dies hat die Vergangenheit gezeigt. Während der Finanzkrise sanken die Produktionskosten teilweise um bis zu 20%. Diesen Umstand lassen die Börsianer derzeit völlig außer Acht.

Außerdem ist es falsch, alle Ölunternehmen über einen Kamm zu scheren. Nicht alle Unternehmen sind gleichermaßen von dem Preisrutsch betroffen.

Helmerich & Payne: Weiterhin auf Kurs

Zugegeben, im Augenblick gleicht der Kauf von Ölaktien dem sprichwörtlichen Griff ins fallende Messer. Aktien, die noch einen intakten Aufwärtstrend aufweisen können, kann ich in der Ölbranche derzeit nicht ausfindig machen.

Ich möchte Ihnen heute dennoch ein Unternehmen vorstellen, bei dem ich gute Chancen sehe, dass es trotz des niedrigen Ölpreises weiter auf Kurs bleiben wird.

Der bereits 1920 gegründete amerikanische Ölzulieferer Helmerich & Payne verfügt derzeit über rund 380 Plattformen, die größtenteils an Land (On-Shore) betrieben werden.

Das Management plant weiterhin durchschnittlich vier neue Plattformen pro Monat. Ein großer Vorteil ist die Tatsache, dass ein Großteil der geplanten Bohrplattformen durch langfristige Kontrakte abgesichert ist. Ein weiteres Plus: Das Unternehmen ist kaum verschuldet und daher äußerst flexibel.

Dividende steigt seit 40 Jahren stetig

Deshalb halte ich den jüngsten Kursrutsch für überzogen. Denn bereits während der Finanzkrise hat der US-Konzern bewiesen, dass er aus Krisen gestärkt hervorgehen kann.

Der beste Beleg dafür ist die stetig steigende Dividende. Seit nunmehr 40 Jahren hat das Unternehmen die Ausschüttung in jedem Jahr angehoben – selbst während der Finanzkrise.

Gegenüber ihrem Allzeithoch, das Anfang Juli bei 119 Dollar erreicht wurde, hat sich die Aktie – parallel zum Ölpreis – halbiert und kostet derzeit 65 Dollar. Gleichzeitig ist die Dividendenrendite durch den Kursrutsch auf aktuell 4,2% gestiegen.

helmerich

Angesichts der soliden finanziellen Position gehe ich davon aus, dass der US-Konzern seine imposante Dividendenhistorie auch künftig fortsetzen kann. Außerdem sehe ich gute Chancen, dass es über kurz oder lang zu einer Kurserholung kommt.

Wenngleich der Trend derzeit klar nach unten zeigt, könnte sich für Anleger mit Weitblick der Einstieg bei Helmerich & Payne lohnen.

24. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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