Diese Perle ist nahezu unbekannt

Die Schweiz hat mehr zu bieten als Alpenpanoramen, guten Käse und einen hohen Lebensstandard. Dieser Geheimtipp kann für Sie zur Renditeperle werden. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Kennen Sie sich mit Beton, Mörtel und Speis aus? Zugegeben – selbst ich kann die genannten Materialien nur schwer auseinanderhalten oder unterscheiden. Doch Profis kennen den Unterschied und wissen auch, worauf es rund um Beton ankommt. Häufig kommen dabei Produkte von Sika zum Einsatz. Das Unternehmen aus der Schweiz ist für uns ein Geheimtipp. Wir kennen den Wert schon über Jahre, nur deutsche Anleger blicken für unseren Geschmack viel zu selten über den Tellerrand.

Jetzt bringen wir Licht ins Dunkel. Die Schweizer Sika AG produziert für die Bau- und Fertigungsindustrie. Zum Produktsortiment gehören Betonzusatzmittel, Spezialmörtel, Dicht- und Klebstoffe sowie Dämpf- und Verstärkungsmaterialien. Der Konzern ist in 101 Ländern präsent.

Gute Marktposition sorgt für überzeugende Zahlen

Sika hat im 1. Quartal einen neuen Umsatzrekord aufgestellt. Der Umsatz wuchs um 11,9%. Die Konsolidierung der 7 im letzten Jahr akquirierten Unternehmen hat mit einem Plus von 6,3% entscheidend zu der Steigerung beigetragen. In der Region EMEA liefen die Geschäfte mit einem Plus von 10,2% besonders gut. Das stärkste Wachstum verzeichnete das neue Segment Global Business (+20,9%). Es beinhaltet das Automotive Geschäft.

Für 2018 rechnen wir mit einer Umsatzbeschleunigung. Die Umsatzmarke von 7 Mrd SFr dürfte erreicht werden. Es sollen 8 neue Fabriken eröffnet und 3 bis 4 Länder erschlossen werden. An der Strategie bis 2020 hält der Konzern fest. 30 neue Fabriken, weitere Ländergesellschaften und ein hohes Innovationstempo sollen ein Wachstum von 6 bis 8% ermöglichen. Die operative Marge soll 14 bis 16% und die Kapitalrendite mehr als 25% betragen.

Beim operativen Ergebnis und dem Gewinn erwarten wir eine überdurchschnittliche Steigerung. Höhere Rohstoffpreise werden sich belastend auswirken. Dank der guten Wettbewerbsstellung können die Preiserhöhungen aber auf die Kunden abgewälzt, und beim Einkauf kann die Nachfragemacht als Marktführer ausgespielt werden. Wir kalkulieren mit einem Gewinnplus von 15%.

Die Vorteile überwiegen

Ein wichtiger Meilenstein: Der Streit mit Saint Gobain konnte beigelegt werden. Die Gründerfamilie Burkhard hat ihre Anteile verkauft, und Saint Gobain wurde mit 10,7% größter Aktionär. Es wurde eine Einheitsaktie eingeführt, und jede Aktie verfügt über das gleiche Stimmrecht.

Dies macht die Lage für Investoren ein wenig übersichtlicher. Auch sonst überwiegen für uns die Vorteile: Das Unternehmen ist gut positioniert und die Produkte geschätzt. Das Wachstum beschleunigt sich und der Streit mit Saint Gobain ist ebenfalls kein Hemmschuh mehr. Packen Sie die überdurchschnittlichen Chancen beim Schopf!


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.