Diese psychologischen Fallen sollten Sie an der Börse vermeiden

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An der Börse warten einige psychologische Fallen, die Ihrem Erfolg im Wege stehen. Es zahlt sich aus, sie zu kennen. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Wer an der Börse erfolgreich agieren will, muss einige psychologische Fallen umschiffen.

Es zahlt sich aus, sie zu kennen. Schauen wir uns einmal die wichtigsten Erkenntnisse der „Behavioral Finance“ zusammen an, vielleicht werden Sie sich bei der ein oder anderen Sache wieder erkennen und denselben Fehler in Zukunft vermeiden.

Verlustaversion: Stoppkurse schaffen Abhilfe

Ganz oben auf der Liste der „Behavioral Finance“ steht das Phänomen der Verlustaversion. Viele Anleger können nicht mit Verlusten umgehen. Sie vermeiden es daher, Verluste zu realisieren, weil sie sich ihre falsche Einschätzung beim Kauf des Wertpapiers nicht eingestehen wollen. Der Verkauf käme für sie dem Eingeständnis einer Niederlage gleich. Stattdessen hoffen sie (meist vergeblich) darauf, doch noch richtig zu liegen. Vielleicht kennen auch Sie es aus eigener leidvoller Erfahrung.

Das Gegenmittel: Setzen Sie Stoppkurse. Legen Sie bei jeder Investition im Voraus fest, wie viel Sie maximal verlieren wollen und verkaufen Sie die Position konsequent, wenn der jeweilige Kurs unterschritten wurde.

Gewinne werden oft zu früh realisiert

Umgekehrt werden Gewinne oftmals viel zu früh realisiert. Das Gefühl des Gewinnens ist in diesem Fall wichtiger als die Höhe des Kursgewinns. Mit der alten Faustregel „Gewinne laufen lassen“ fahren Sie in den meisten Fällen höhere Renditen ein. Wichtig dabei: Ziehen Sie Ihren Stoppkurs regelmäßig nach, um aufgelaufene Gewinne abzusichern.

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Herdentrieb kann gefährlich werden

Ein weiteres wiederkehrendes Börsenphänomen ist der „Herdentrieb“, also das Mitgehen mit der breiten Masse. Paradebeispiel: der Internetboom im Jahre 2000. Trotz horrender Bewertungsniveaus stiegen immer noch massenhaft Anleger in Internetaktien ein, das Ergebnis ist bekannt.

Ende des Jahres 2017 war es beim Hype um Kryptowährungen und der dahinter stehenden Blockchain-Technologie ähnlich. Bei kleinen Werten reichte die Ankündigung, irgendetwas in diesem Bereich machen zu wollen, für eine Kursexplosion aus. Mittlerweile ist auch hier die Euphorie der Ernüchterung gewichen.

Das, was an der Börse alle machen, ist längst eben nicht immer auch das Beste. Bevor Sie als Letzter auf einen Trend aufspringen, warten Sie lieber auf den nächsten.

Fokussierung auf den Heimatmarkt birgt Risiken

Ebenfalls oft anzutreffen: die Fokussierung auf den Heimatmarkt. Wer (fast) sein gesamtes Kapital in Deutschland investiert, geht unnötige Risiken ein. Denn es kann zwischenzeitlich immer Börsenphasen geben, in denen deutsche Aktien deutlich schwächer laufen als beispielsweise US-Werte. Nutzen Sie stattdessen eine gute internationale Risikostreuung als Airbag für Ihr Geld.

Emotionen sind an der Börse ein schlechter Ratgeber

Grundsätzlich sollten Sie sich im Klaren darüber sein, dass Emotionen zu schlechteren Anlageergebnissen führen. Wer sich von Angst oder Gier leiten lässt, trifft in der Regel keine rationale Entscheidung.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.