Diese Risken bei Lebensversicherungen sollten Sie kennen

Noch immer sind Lebensversicherungen in Deutschland als Kapitalanlage sehr beliebt. Dabei gibt es fast nur Nachteile für die Anleger. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Ein guter Teil der Ersparnisse vieler Menschen ist in den vergangenen Jahrzehnten in langlaufende Kapital-Lebensversicherungen geflossen. Immer noch gibt es mit über 84 Millionen Verträgen mehr Policen als Einwohner in Deutschland.

Teilweise liegt das daran, weil bei den Menschen von Politik und Medien regelrecht eine Angst vor Altersarmut geschürt wurde. Aufgrund dieser Angst investierten viele Bürger – oftmals unüberlegt – in langlaufende Kapital-Lebensversicherungen. Die in den Lebensversicherungen gebundenen Gelder sind langfristig Ihrem unmittelbaren Zugriff entzogen. Das macht sich insbesondere in Finanzkrisen äußerst negativ bemerkbar.

Das Versicherungsunternehmen kann in einer Krise die Auszahlung sperren, sodass Sie nicht einmal mehr mit Verlusten an Ihr Geld herankommen. Zugleich sind im Krisenfall Versicherungsgesellschaften – genau wie auch die Banken – auf breiter Front vom Konkurs bedroht. Zwar sind Versicherungen überwiegend in Anleihen investiert, doch wenn langlaufende Anleihen in der Krise unter Druck kommen, dann schmilzt auch die Finanzbasis der Versicherung schnell dahin und die Gefahr von Konkursen wächst stark an.

Bei der nächsten Finanzkrise kommen große Turbulenzen auf Lebensversicherer zu

Vor einiger Zeit ergaben schon „Stresstests“, dass viele Versicherungen einer ausgewachsenen Finanzkrise nur schwer standhalten können. Dazu kommt, dass der Garantiezins nur noch bei 0,9 Prozent liegt und die Versicherung heute die Überschussbeteiligung sperren kann. Dann bekommt der Anleger am Ende im schlimmsten Fall sogar weniger Geld heraus, als er eingezahlt hat.

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Bereits in der aktuellen Niedrigzinsphase haben die Lebensversicherungsunternehmen zunehmend Schwierigkeiten, ihren Kunden eine akzeptable Gewinnbeteiligung zukommen zu lassen. Insgesamt macht eine Altersvorsorge mit Kapital-Lebensversicherungen heute keinen Sinn mehr. Sie sind nicht einmal mehr ein Mittel, um Steuern zu sparen, da dieses Privileg schon lange aufgehoben wurde.

Zudem ist es unverständlich, warum eine Altersvorsorge über eine anonyme, risikobehaftete Versicherung besser sein soll als eine Kapitalanlage in Eigenregie, bei der man im Notfall jederzeit auf das vorhandene Kapital ohne Einschränkung zurückgreifen kann. Etwas anderes ist eine viel günstigere Risikoversicherung, mit der das Invaliditäts- bzw. Todesfallrisiko abgesichert wird.

Das heißt für Sie: Wenn viel Geld in Ihren Kapital-Lebensversicherungen gebunden ist, haben Sie im Prinzip drei Möglichkeiten für eine vorzeitige Beendigung. Sie können eine Beitragsfreistellung erwägen. D. h., der Vertrag bleibt bestehen, Sie zahlen aber keine weiteren Beiträge mehr ein. Sie können den Vertrag aber auch am sogenannten Zweitmarkt für Lebensversicherungen an ein einschlägiges Unternehmen verkaufen. Als weitere Alternative bleibt Ihnen auch noch eine Kündigung des Vertrags, was aber meist der teuerste Ausweg ist.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.