Diese Rohstoff-Firmen überzeugen mit den aktuellen Bilanzen

Die Preise beim Gold und Silber setzen Produzenten unter Druck. Doch Pan American Silver und Iamgold haben starke Bilanzen vorgelegt. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Die Schwäche der Edelmetallpreise setzt sich weiter fort. Das ist Grund genug einmal mehr genauer zu schauen, wie denn die großen Produzenten mit der aktuellen Situation umgehen. Dazu bieten sich die Bilanzdaten an, die derzeit veröffentlicht werden.

Heute möchte ich Ihnen dabei zwei Unternehmen aus der zweiten Reihe vorstellen. Im Einzelnen sind das Pan American Silver und Iamgold. Die Zahlen zeigen Ihnen dabei, dass einige Produzenten auch in der angespannten Marktlage ordentliche Gewinne erzielen können. Das gilt beispielsweise für Pan American Silver. Die weltweite Nummer 2 bei den reinen Silberproduzenten hat im zweiten Quartal einen Anstieg des angepassten Nettogewinns geschafft. Dafür verantwortlich war eine gleichbleibend hohe Silberproduktion bei gleichzeitig sinkenden Kosten.

So erzielte das Unternehmen jetzt einen angepassten Gewinn von 35,4 Mio. Dollar nach 42,3 Million Dollar im Vorjahr. Die Führungsetage zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. So erklärte Michael Steinmann, Präsident und CEO: „Wir profitieren jetzt von der höheren Durchlaufmenge aufgrund der Erweiterung bei der La Colorado und der Dolores Mine. Hinzu kommt auch die gute Performance der anderen Minen und die insgesamt sinkenden Kosten im Quartalsverlauf.“

Wegen der hohen Erträge bei anderen Metallen sind die Gesamtkosten der Produktion bei Pan American Silver deutlich gesunken auf zuletzt nur noch 6,45 Dollar pro Unze. Für das Gesamtjahr erwartet das Management nun hier einen Wert zwischen 8,5 und 10 Dollar pro Unze. Damit bleibt selbst bei einem zuletzt durchschnittlich realisierten Silberpreis von 16,40 Dollar pro Unze noch eine ordentliche Marge.

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Iamgold profitierte von höherem Goldpreis

Beim Goldproduzenten Iamgold legte der angepasste Gewinn im zweiten Quartal auch zu. Ohne Sondereffekte belief sich der Gewinn auf 13,1 Mio. Dollar nach 4,3 Mio. Dollar im vergangenen Jahr. Das Nettoergebnis wurde jedoch durch Einmaleffekte belastet, sodass unterm Strich hier ein Verlust von 26 Mio. Dollar blieb.

Positiv zu bewerten ist aber auf jeden Fall der gestiegene Umsatz, der im zweiten Quartal knapp 278 Mio. Dollar erreichte. Das lag auch am höheren durchschnittlichen Goldpreis, der von 1.250 Dollar im Jahr 2017 auf jetzt annähernd 1.300 Dollar pro Unze anstieg. Allerdings liegt das Unternehmen bei den Kosten immer noch am oberen Rand. Hier erreichte Iamgold zuletzt einen Durchschnittswert von 1.077 Dollar pro Unze. Das bedeutet einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 10 %. Viele andere Unternehmen schaffen hier Gesamtkosten im Bereich um 800 Dollar.

Mein Tipp lauter daher: Genau auf diesen Aspekt sollten Sie bei Rohstofffirmen auch genauer schauen. Denn anhand der Margen lässt sich die Ertragskraft der Unternehmen relativ leicht ableiten.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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