Diese Rohstofffirma müssen Sie kennen

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Alternative Geschäftsmodelle im Rohstoffbereich sind selten. Aber Wheaton Precious Metals weitet die eigene Tätigkeit aus. (Foto: Eisenhans - Adobe.com)

Derzeit ist es relativ ruhig in der Rohstoffbranche mit neuen Unternehmensmeldungen. Doch zwischendurch tauchen Meldungen auf, die lassen mich wirklich aufhorchen. Eine solche Meldung lieferte jetzt der kanadische Rohstoffkonzern Wheaton Precious Metals.

Der bislang auf Edelmetalle fokussierte Konzern will jetzt auch in den Kobaltsektor einsteigen. Dabei müssen Sie eins wissen: Wheaton Precious Metals ist kein normales produzierendes Rohstoffunternehmen. Hier handelt es sich um ein Royalty- Unternehmen.

Das Geschäftsmodell unterscheidet sich grundsätzlich von dem normaler Rohstoffproduzenten. Sie müssen sich ein sogenanntes Royalty-Unternehmen als Geldgeber für aktive Produzenten oder auch kommende Produzenten vorstellen. Wheaton Precious Metals unterstützt die Unternehmen mit Kapital und erhält dafür einen Teil der Produktion der Mine.

Groß geworden ist Wheaton Precious Metals im Silberbereich. Bis zum vergangenen Jahr hieß das Unternehmen auch Silver Wheaton. Silber bietet sich für dieses Geschäftsmodell ganz besonders an. Oft fällt das Metall als Nebenprodukt beispielsweise bei einer Goldmine oder einer Kupfermine an.

Silber Mine Arbeiter – shutterstock_87973216 Joe Belanger

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360 Mio. Dollar Investment in Kobaltbranche

Doch im Laufe der Jahre hat das Management die eigene Geschäftsbasis schon erweitert und immer mehr Goldlieferverträge mit aufgenommen. Da war es dann nur logisch, den Namen auch tatsächlich zu ändern. Doch jetzt streckt das kanadische Unternehmen seine Fühler auch in eine andere Rohstoffbranche aus.

So steigt eben Wheaton Precious Metals in die boomende Kobaltbranche ein. Im Kern geht es um ein 390 Mio. Dollar Investment. Mit dieser Summe wird ein Teil der Expansion der Nickel- und Kobaltmine Voisey`s Bay vorangetrieben. Diese Mine gehört zum Portfolio des brasilianischen Rohstoffkonzerns Vale.

Auch hier geht es wieder um das Beiprodukt. Im Fokus bei dieser Mine steht ganz klar Nickel. Das passt auch sehr gut ins Portfolio des brasilianischen Konzerns. Da Kobalt aber im Zuge der weiteren Verbreitung der Elektromobilität immer stärker nachgefragt wird für den Bau von Akkus, lohnt es sich hier auch für Wheaton Precious Metals die eigene Geschäftstätigkeit in diesem Bereich zu erweitern. Für das Investment erhält das Unternehmen nun einen deutlichen Anteil der Kobaltproduktion.

Insgesamt bewerte ich diesen neuen Deal als positiv für Wheaton Precious Metals. Durch die Erschließung neuer Rohstoffe wird das schon erfolgreiche Geschäftsmodell noch erweitert. Hinzu kommt auch, dass gerade bei Gold und Silber durch den zuletzt schwachen Preis es wenig sinnvoll ist, neue Liefervereinbarungen mit ins Portfolio aufzunehmen. Hier zeigt das Management von Wheaton Precious Metals einmal mehr, dass es sehr zukunftsorientiert agiert. Und genau das wird auch an den Börsen honoriert.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.