Diese Trends bestimmen die Pharmabranche in 2015

Pharma-Aktien gehörten zu den großen Gewinnern des Jahres 2014. Auch das Jahr 2015 verspricht ein spannendes für die Branche zu werden.

Einerseits werden in 2015 viele Unternehmen mit auslaufenden Patenten und weniger Neuzulassungen als in den Vorjahren zu kämpfen haben.

Andererseits verzeichnet die Branche einen Nachfrageschub in den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften. Weiterhin hält auch der Trend zu mehr Fusionen und Übernahmen in dem Sektor an.

Welche großen Trends beeinflussen die Entwicklung Ihrer Pharma-Aktien in 2015 und darüber hinaus?

Schwellenländer werden für die Pharmabranche immer wichtiger

Weltweit sind die Ausgaben für Medikamente in den Jahren 2005 und 2010 mit einem durchschnittlichen Wachstum von 6,2% deutlich schneller gestiegen als die Volkswirtschaften im Durschnitt gewachsen sind.

Von 2010 bis 2015 haben sich die Wachstumsraten bei den Medikamentenkosten zwar auf durchschnittlich 3 bis 5% reduziert, doch auch dies liegt weiterhin über den durchschnittlichen Steigerungsraten des Wirtschaftswachstums.

Für das Jahr 2015 werden zwar von Branchen-Analysten in den USA und Europa nur noch Wachstumsraten im niedrigen einstelligen Prozentbereich erwartet, doch global aufgestellte Pharmakonzerne können weiterhin vom hohen Wachstum in den Schwellenländern profitieren.

Hier habe sich die Gewichte in den vergangen Jahren klar verschoben: Machten die Schwellenländer in 2005 anteilig an den weltweiten Ausgaben für Medikamente noch 12% aus, werden es in 2015 nach jüngsten Schätzungen bereits rund 28% sein.

Generika verdrängen Originalprodukte

Die Verteilung der Ausgaben für Medikamente auf Originalprodukte und Generika zeigt deutlich: Auslaufende Patente führen in hohem Maße dazu, dass Originalprodukte nach Patentablauf durch die günstigeren Ersatzprodukte von Generika-Herstellern verdrängt werden.

Entfielen auf die Originalprodukte in 2005 noch 70% der weltweiten Medikamentenkosten, so waren es in 2010 nur noch 64%. Ende 2015 werden es bloß noch 53% sein – also gerade mal etwas mehr als die Hälfe aller Medikamentenausgaben.

Die Generika machten hingegen in 2005 nur etwa 20% der Ausgaben aus. In 2010 waren es bereits 27%. Ende 2015 werden es schon 39% aller Medikamentenausgaben sein – Tendenz weiter steigend. Die übrigen knapp 10% entfallen auf Kosten für Medikamente, die offiziell nicht in eine der beiden Kategorien einzuordnen sind.

Weiterhin hohes Transaktionsvolumen bei Fusionen und Übernahmen

Die wachsende Nachfrage nach Generika gepaart mit Umsatzverlusten aufgrund von auslaufenden Patenten hat in 2014 zu einer zunehmenden Marktkonsolidierung durch Fusionen und Übernahmen geführt.

Insgesamt wurden weltweit im Pharmasektor Übernahmen in einem Umfang von 234 Milliarden US-Dollar getätigt. Zu den wichtigsten Deals zählte die Übernahme von Forest Laboratories durch Actavis für 25 Milliarden US-Dollar.

Der Trend hin zu mehr Fusionen und Übernahmen wird auch in 2015 anhalten. Die großen Pharmakonzerne werden dadurch versuchen, ihre Produktivität im Bereich Forschung und Entwicklung zu erhöhen und ihre Risiken aufgrund von auslaufenden Patenten weiter zu reduzieren.

26. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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