Diese unbekannte Aktie muss auf jede Watchlist

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Medizintechnik aus der Schweiz ist oft nur Insidern bekannt. Doch hier kommen gute Produkte und Perspektive zusammen. Unsere Analyse von Ypsomed. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Medizintechnik bedeutet nicht zwangsläufig teure Tomographen und andere High-Tech-Geräte. Auch bei Spritzen und Kanülen gibt es Ansätze. Einen dieser Ansätze verfolgt Ypsomed. Wenn sich Patienten Spritzen selbst verabreichen können und das damit zusammenhängende Risiko gering ist, spart das dem Gesundheitssystem Geld und macht es auch für Patienten und Ärzte einfacher.

Was es genau damit auf sich hat und wie wir das Unternehmen heute sehen, lesen Sie in unserer Analyse. Ypsomed entwickelt und produziert Injektionssysteme für die Selbstverabreichung von flüssigen Medikamenten und vertreibt Produkte für die Diabetesversorgung. Ypsomed Delivery Systems ist die Dachmarke des Bereichs Injektionssysteme für Pharma- und Biotech- Unternehmen (B2B-Geschäft). Unter der Marke Mylife Diabetescare werden Diabetesprodukte wie Pen-Nadeln und Blutzuckermessgeräte verkauft.

Unternehmen im Umbruch

Ypsomed steckt in einer Umbruchphase und muss das Geschäftsmodell neu ausrichten. Sollte der Umbruch gelingen, winkt eine höhere Unabhängigkeit von einzelnen Partnern. Insulets Insulinpumpe Omnipod trug 2017/2018 rund 1/3 zum Umsatz und mehr als die Hälfte zum operativen Ergebnis (EBIT) bei. Der Ausstieg Insulets Mitte 2018 prägt die aktuelle Geschäftsentwicklung.

Unter Ausklammerung der Entschädigung Insulets über 50 Mio SFr, die bereits verbucht aber noch nicht gezahlt wurde, sanken der Umsatz und das operative Ergebnis. Die Dividende wurde entsprechend von 1,40 auf 0,55 SFr gekürzt. Die in Eigenregie entwickelte Insulinpumpe YpsoPump generiert bislang nicht die Einnahmen wie die Omnipod-Pumpe. Die Marketing- und Vertriebsstrukturen wurden aber in Europa aufrechterhalten und schlagen vorerst überproportional zu Buche.

Gleichzeitig haben sich die Forschungs- und Entwicklungskosten für neue Produkte nahezu verdoppelt. CEO Michel geht davon aus, dass die Omnipod- Umsatzeinbuße bereits im nächsten Jahr überwunden wird. Mittelfristig strebt er beim EBIT mehr als 100 Mio SFr an. Optimistisch: Im Rekordjahr 2017/18 waren es 61 Mio SFr. Für das laufende Jahr wird mit einem Umsatzrückgang von 9% gerechnet. Das EBIT wird deutlich stärker zurückgehen.

Der Markt vertraut Ypsomed

Der Bewertungsaufschlag ist mit einem KGV von 33,2 gegenüber den letzten Jahren zurückgegangen. Es ist aber unklar, ob das neue Geschäftsmodell mit einem höheren Anteil eigener Produkte Erfolg haben wird. Das KGV von 33,2 stellt einen hohen Vertrauensvorschuss vonseiten der Investoren dar.

Obwohl das Unternehmen eine gute Marktstellung hat und auch noch weiter wachsen kann, halten wir diese Bewertung in der aktuellen Phase für etwas zu viel des Guten. Das Unternehmen wird weiter wachsen, aber die Vorschusslorbeeren sind groß. Warten Sie besser noch ein wenig ab. Diese Aktie ist bei Schwäche ein Kandidat!

infineon

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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