Diesel-Verbot oder Elektro-Antrieb – WashTec und Hella profitieren

Während früher das Auto mit der Hand gewaschen wurde, übernimmt das heute die moderne Technik von WashTec.

Dass damit gutes Geld zu verdienen ist, untermauern die Ergebnisse zum 1. Halbjahr: Der Umsatz stieg um 24,1% auf 209,9 Mio. €.

Regional resultierte der Anstieg aus der positiven Entwicklung in Europa (+18,6%) und dem starken Wachstum in Nordamerika (+75,4%).

Dabei hat sich in Nordamerika besonders das Großkunden-Geschäft hervorragend entwickelt.

Überzeugt hat der Bereich Maschinen und Service (+25,3%), aber auch die anderen Bereiche entwickelten sich positiv.

Das operative Ergebnis (EBIT) konnte WashTec um 61,3% auf 25,0 Mio. € erhöhen. Unter dem Strich stieg der Gewinn um 62,5% auf 1,30 € je Aktie.

Die Bilanz von WashTec ist unverändert solide

Die Eigenkapitalquote verringerte sich nur aufgrund der Dividenden-Ausschüttung auf 33,0%. Der Cashflow sank auf 7,5 Mio. €.

Dabei ist zu beachten, dass in diesem Jahr hohe Steuer-Zahlungen auf die Ergebnisse der Vorjahre geleistet wurden. Bereinigt um diese Sondereffekte stieg der Mittel-Zufluss um 12,2%.

In Deutschland werden die lokalen Vertriebs- und Service-Niederlassungen aufgelöst und am Hauptsitz in Augsburg konzentriert.

Mit dieser Maßnahme werden Prozesse bereinigt und optimiert, um so die Kunden noch besser und flexibler bedienen zu können.

Nachdem der Auftrags-Bestand deutlich über dem Niveau des Vorjahres lag, strebt WashTec im Gesamtjahr ein Umsatz-Wachstum auf mind. 420 Mio. € sowie eine EBIT-Rendite von über 12% an.

WashTec im Unternehmens-Porträt

WashTec wurde im Jahr 2000 durch den Zusammenschluss von California Kleindienst und der Wesumat AG gegründet.

Heute ist der Konzern ein führender Anbieter von Fahrzeug-Waschanlagen für PKW, Nutz-und Schienen-Fahrzeuge und in mehr als 70 Ländern aktiv.

Portal-Anlagen, Waschstraßen-Systeme und SB-Waschplätze bilden die Angebots-Palette im PKW- und Nutzfahrzeug-Bereich.

Hella hat mit seinen Zahlen für das 1. Quartal die Markterwartungen verfehlt

Zwar stieg der Umsatz um 4,9%, der Gewinn ging jedoch leicht zurück.

Verantwortlich waren ein schwächeres Finanz-Ergebnis und eine höhere Steuer-Quote. Auch die operative Marge lag mit 7,6% nur knapp über dem Vorjahres-Niveau.

Alle Sparten sind gewachsen, aber nur die kleinen Sparten Aftermarket und Special Applications haben auch ihre Profitabilität verbessert.

In der Sparte Automotive, die für gut 75% des Gesamt-Umsatzes steht, schrumpfte die Marge von 8,4 auf 7,4%.

Investitionen in die Erweiterung der Kapazitäten und neue Produkte haben die Ergebnis-Entwicklung belastet.

Hella bestätigt die Jahres-Prognose

Sowohl Umsatz als auch operatives Ergebnis sollen um 5 – 10% steigen. Das Margenziel lautet: rund 8%.

Hella profitiert vom Trend zum autonomen Fahren und von der zunehmenden Elektrifizierung der Autos. Zudem werden immer mehr Fahrzeuge mit LED-Scheinwerfern ausgerüstet.

Mittelfristig will der Konzern auch technische Lösungen für die Elektromobilität anbieten. Dazu gehören z. B. Kontroll-Systeme, die den Ladestand von Batterien überwachen.

Der Bereich Elektromobilität spielt zwar noch keine große Rolle, soll aber 2020 schon 10% des Gesamt-Umsatzes ausmachen.

Das Margenziel ist ambitioniert, aber erreichbar, wenn Hella seine neuen Kapazitäten gut auslasten kann.

Die Abgas-Probleme der Automobil-Hersteller haben jedenfalls keinen Einfluss auf die Geschäfts-Entwicklung.

Denn für den Absatz der Hella-Produkte ist es egal, ob mehr Diesel- oder Benzin-Fahrzeuge verkauft werden.

Hella im Unternehmens-Porträt

Die Hella GmbH & Co. KGaA wurde 1899 gegründet und ist heute ein führender Hersteller von Licht- und Elektronik-Systemen für die Automobil-Industrie (Sparte Automotive).

Weitere Aktivitäten sind der Handel mit Kfz-Teilen und Zubehör (Aftermarket) sowie Beleuchtungen für Spezial-Fahrzeuge wie Trraktoren und Boote (Special Applications).

Die Firma ist an 118 Standorten in 35 Ländern vertreten und notiert seit November 2014 an der Börse.

20. November 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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