Diesen zwei Tech-Unternehmen spielt die Corona-Pandemie in die Karten

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Durch die Corona-Pandemie verstärkt sich der Digitalisierungsprozess rasant. Alphabet und Tencent profitieren davon stark. (Foto: lightpoet / shutterstock.com)

Alphabet hat für das 1. Halbjahr beeindruckende Zahlen vorgelegt und meine hohen Erwartungen nochmals übertroffen. Der Umsatz stieg um 5,5% auf rund 79,5 Mrd. $. Unterm Strich ist ein Gewinnsprung von 18,6% auf 23,71 $ je Aktie gelungen.

Alphabet hat von der Corona-Krise profitiert

Der rasante Digitalisierungsprozess hat noch an Geschwindigkeit hinzugewonnen. Alphabet konnte seine Marktmacht als einer der größten Internetkonzerne weiter ausbauen. Neben dem klassischen Suchmaschinen-Geschäft und der Anzeigenwerbung legte das Cloud-Geschäft um mehr als 43,2% auf rund 3 Mrd. $ zu.

Das Cloud-Geschäft ist ein Geschäft der Marktführer: Apple, Alphabet, Amazon und Microsoft teilen den Markt unter sich auf. Die US-Regierung ist besorgt über die dominierende Marktmacht der wenigen Technologie-Konzerne und hat eine Anhörung der Vorstände im US-Kongress angeordnet. Gefordert wurden eine stärkere Regulierung zur Begrenzung der Marktmacht oder sogar die Zerschlagung der Konzerne.

Die Marktmacht von Alphabet ist beeindruckend

Alphabet kommt bei der digitalen Anzeigenwerbung auf einen Weltmarktanteil von 30%. Im Suchmaschinen-Geschäft weist die Google-Tochter einen Marktanteil von fast 90% aus. Trotz dieser dominierenden Marktstellung und der erheblichen Kritik des US-Kongresses rechne ich nicht mit rechtlichen Folgen.

Alphabet wird seine Marktmacht weiter ausbauen können. Der US-Riese verfügt über enorme liquide Mittel, um neue Trends frühzeitig zu erkennen und neue Technologien aufzubauen oder aufzukaufen.

Unternehmensporträt

Alphabet (Google) mit Sitz in Mountain View, USA, wurde am 7. September 1998 von Larry Page und Sergey Brin gegründet. Alphabets Anspruch besteht darin, Informationen zu organisieren und weltweit verfügbar zu machen. Dafür betreibt das Unternehmen mit einem Marktanteil von rund 82% die weltweit führende Internet-Suchmaschine. Der Eintritt in neue Märkte (Google Mobile, Software-Plattform Android, Chrome) rundet die Unternehmensstrategie ab.

Tencent hat für das 1. Halbjahr neue Rekordergebnisse vorgelegt

Der Umsatz stieg um 27,9% auf rund 223 Mrd. RMB. Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn um 28% auf 5,95 RMB je Aktie. Besonders gut lief es im Bereich Online-Spiele. Hier konnte ein Umsatzplus von 40% auf rund 38,3 Mrd. RMB erzielt werden. Verantwortlich für das starke Wachstum waren Smartphone-Spiele wie Peacekeeper Elite oder Honour of Kings. Der Umsatz mit PC-Spielen ging dagegen etwas zurück. Ein weiterer wichtiger Wachstumstreiber waren die FinTech-Anwendungen, worunter alle digitalen Zahldienstleistungen zusammengefasst werden. Hier verbesserte sich der Umsatz um 30% auf rund 30 Mrd. RMB.

Die Corona-Krise hat dem Konzern in die Karten gespielt

Digitale Anwendungen wurden deutlich stärker nachgefragt. Tencent hat die Pandemie geschickt genutzt, um die Marktmacht weiter auszubauen. Umso größer die verschiedenen Plattformen werden, desto besser lässt sich Werbung monetarisieren.

Global betrachtet, ist Tencent einer der wenigen ernstzunehmenden Gegenspieler zu den dominierenden US-Internetfirmen wie Alphabet oder Facebook. Dabei ist Tencent sogar noch breiter aufgestellt und bietet neben Online-Spielen, Bezahldienstleistungen auch soziale Netzwerke an. Dieses Gesamtpaket ist weltweit einzigartig.

Die Zahlen der vergangenen Jahre sprechen für sich. Tencent hat vieles richtig gemacht und sich eine privilegierte Marktstellung aufgebaut. Weitere Überrenditen sind praktisch vorprogrammiert.

Unternehmensporträt

Tencent wurde 1998 in Shenzhen gegründet und zählt heute zu den führenden chinesischen Internet-Unternehmen. Neben Sofortnachrichtendiensten, sozialen Netzwerken und Webportalen hat sich der Konzern auf Computerspiele und Online-Werbung spezialisiert. Aufgrund der rechtlichen Einschränkungen für Google oder Facebook wird Tencent auch als FANG-Unternehmen Chinas bezeichnet.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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