Dieser Aktiencrash läuft im Hintergrund ab

Stellen Sie sich vor, es kommt zum Crash und Sie bekommen nichts davon mit.

Das kann nicht sein, sagen Sie jetzt bestimmt. Doch genau das passiert in diesen Tagen.

Die Rohstoffaktien stürzten auf immer neue Tiefstände. Minenwerte wie Goldcorp verlieren 13% an nur einem Handelstag.

So geschehen am vergangenen Donnerstag nach der Veröffentlichung der aktuellen Quartalszahlen.

Barrick Gold, die globale Nummer 1 unter den Goldproduzenten, notiert so niedrig wie seit 2003 nicht mehr.

Nur für Ihr Verständnis: Damals kostete die Unze Gold 330 Dollar und nicht knapp 1200 Dollar, wie jetzt.

Ich glaube, es gibt derzeit kaum eine Anlageklasse, die von den Investoren so gemieden wird, wie die Minenwerte.

Was steckt dahinter?

Hier verstärkt sich ein schon bestehender Trend. Sie müssen sich vorstellen, dass sich Minenwerte schon seit mindestens 2 Jahren im Abwärtstrend befinden.

In guten Zeiten wirken Minenaktien wie ein Hebel auf den Goldpreis. Das gleiche gilt auch für schlechte Zeiten.

Wenn also der Goldpreis um 6% verliert, können Sie fast sicher davon ausgehen, dass Minenwerte mindestens doppelt so stark einbrechen.

Was aktuell passiert, ist rational tatsächlich nicht mehr zu erklären. Bei verschiedenen Bewertungskriterien sind Minenwerte aktuell so günstig wie seit 30 Jahren nicht mehr.

Und eines muss Ihnen auch klar sein: Das Gold oder Silber im Boden verschwindet nicht. D.h. die Firmen verlieren zwar an Wert, nicht aber die Vorkommen.

Auch bei Minenaktien wird es wieder eine Trendwende geben – nur der Zeitpunkt ist offen

Ich bin mir sicher, dass es zu einer Trendwende bei den Minen kommen wird, denn eine solch massive Unterbewertung wird sich nicht ewig halten.

Gleichwohl ist es derzeit nicht möglich, das Ende dieses Abwärtstrends auszurufen. Viele Experten rufen es hingegen schon seit Monaten aus – und liegen damit falsch.

Immer wenn man denkt, es könnte nicht noch tiefer gehen, fallen die Kurse auf neue Jahrestiefs.

Es ist tatsächlich ein fallendes Messer. Jetzt ist die Gefahr zu groß, in dieses Messer hinein zugreifen.

Bildlich gesprochen heißt das: Man muss erst einmal abwarten, bis eine wirkliche Bodenbildung festzustellen ist – gerade jetzt, wo der Goldpreis im Bereich um 1180 Dollar notiert.

Das war die massivste Unterstützung der vergangenen beiden Jahre. Sollte diese im weiteren Verlauf der Woche deutlich fallen, sind weitere Abschläge sehr gut möglich.

Abschläge beim Goldpreis bedeuten dann auch wieder weitere Abschläge bei den Minen.

Und das alles findet kaum bemerkt und ohne Beachtung der breiten Aktienmärkte statt.

Dies ist ein riesiger Unterschied zu 2009. Denn damals brachen im Rahmen der Finanzkrise alle Anlageklassen ein. Jetzt sind es nur die Minenwerte.

Das macht den großen Unterschied aus beim Crash, den niemand mitbekommt.

3. November 2014

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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