Dieser Autozulieferer bleibt solide

Magna International Automobil Zulieferer RED – shutterstock_771668677

Die Autobranche ist im Umbruch. Wir haben ein Unternehmen gefunden, das dennoch solide ist. (Foto: Grzegorz Czapski / shutterstock.com)

Würden Sie in Zeiten wie diesen einen Automobilzulieferer kaufen? Nein? Dann sind Sie in guter Gesellschaft. Die Bänder stehen still und Menschen pendeln immer weniger gern zur Arbeit. Gut möglich, dass der Trend zum Zweitwagen schon bald umgekehrt ist. Das würde auch die Industrie komplett umkrempeln. Was das für Automobilzulieferer bedeuten kann, erfahren Sie in unserer Analyse von Magna International.

Aber zunächst ein paar Eckdaten zum Unternehmen. Magna International Inc. ist weltweit der zweitgrößte Autozulieferer. 325 Herstellungsanlagen und 96 Entwicklungszentren in 28 Ländern Amerikas, Asiens und Europas zeugen von der Kompetenz des 1954 von Frank Stronach gegründeten Unternehmens, das alle Teile vom Grundgerüst bis zum Außenspiegel sowie komplette Modelle entwickelt und produziert. Zunehmend ist Magna in lukrativen Nischen tätig.

Corona verhagelt das Geschäft

Magna hat 2019 Gewinn und Umsatz eingebüßt. Das operative Ergebnis (EBIT) gab von 3,11 auf 2,55 Mrd $ nach. Der Gewinn sank deutlich um 23% – im 3. Quartal war sogar ein Verlust angefallen. Der Umsatz verminderte sich um 3,4%. Zu der ohnehin schon schwachen Nachfrage in der Autobranche kam im 1. Quartal die Corona- Krise dazu, von der Magna hart getroffen wurde. Der Umsatz sank um 18,3%.

Ohne Währungseffekte, Veräußerungen und Akquisitionen hätte das Minus 14% ausgemacht. Der Gewinn schrumpfte um drei Viertel auf 261 Mio $, ohne Sondereffekte im Vorjahr um rund die Hälfte. Im Grazer Werk sank der Umsatz ohne Währungseffekte und Veräußerungen sowie Akquisitionen um 14%. Mit einem Rückgang um 29% war das Segment Komplettmontage am stärksten betroffen. Dort war wegen Corona im März der Zusammenbau von Komplettfahrzeugen gestoppt worden. Mitte Mai wurde die Produktion für BMW und Jaguar wieder aufgenommen.

Besser als die Konkurrenz, aber reicht das?

Den Ausblick für 2020, demzufolge ein Umsatz von 38 bis 40 Mrd $ erwartet worden war, hat Magna wegen Covid- 19 zurückgezogen. Der Vorstand ist derzeit nicht in der Lage, die Auswirkungen der Pandemie auf die Ergebnisse für den Rest des Geschäftsjahres zu beurteilen und kann keinen Ausblick auf 2020 geben. Mit rund 1 Mrd $ in bar und 3 Mrd $ an zugesagten Kreditlinien verfügt Magna über ausreichend Liquidität, um die Krise zu meistern. Langfristig soll mehr Expansion in Europa und Asien zu einer ausgewogeneren Diversifizierung führen. Magna steht zwar besser da als viele Konkurrenten, aber dennoch würden wir von der Aktie aktuell Abstand nehmen. Bessere Alternativen finden Sie bei uns in der Aktien Analyse!

Magna International Automobil Zulieferer RED – shutterstock_771668677

Angela Merkel - PortraitAngela Merkel wird wohl ewig die "Kanzlerin der großen Krise" sein. Lesen Sie hier alles über ihre Herkunft, Ausbildung und ihren ganz persönlichen cursus honorum. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Volker Gelfarth. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz