Dieser Börsenstar aus den 1990ern hat sich neu erfunden

Kennen Sie die Fernsehsendung „Ich trage einen großen Namen“? Kandidaten müssen einer Person Fragen stellen und müssen so nach und nach herausfinden, um welche Person es sich handelt

Würde ein Manager von Ericsson hinter der blickdichten Wand Fragen beantworten, würden Kandidaten womöglich nur schwer hinter die Lösung kommen.

Der Grund: Ericsson hat sein Geschäft in den vergangenen Jahren verändert. Auch Sie können sich sicher noch an Mobiltelefone aus dem Hause Ericsson erinnern.

Doch diese Zeiten sind längst vorbei!

Rückgang beim Umsatz

Das schwedische Traditions-Unternehmen ist der weltweit führende Anbieter von Telekommunikations-Infrastruktur.

Ericsson bietet Gesamt-Lösungen für Mobilfunk-Anwendungen sowie andere Kommunikations-Medien an.

Über 40% des weltweiten Mobilfunk-Verkehrs wird durch Ericssons Netzwerke geleitet. Ericsson steckt jedoch in tiefen strukturellen Schwierigkeiten.

Die harte Konkurrenz aus China und die immer weiter steigenden Kosten machen dem Konzern schwer zu schaffen.

Die Zahlen für das 1. Halbjahr wurden fast ausschließlich von der guten Entwicklung im 1. Quartal gestützt. Dennoch ging der Umsatz im 1. Halbjahr um 6,9% zurück.

CEO wirft das Handtuch

Beim Gewinn konnte noch ein leichtes Plus von 3,9% erzielt werden. Doch für die Zukunft sieht es schlecht aus. Asiatische Billig-Anbieter drücken die operative Marge.

Besonders bei der Ausrüstung von Telekom-Netzen ist Ericsson stark unter Druck geraten. Hier dominieren immer mehr Huawei und ZTE. Zudem ist das gesamte Marktwachstum rückläufig.

Diese Stagnations-Effekte führen zu einem deutlich härteren Wettbewerb, der sich letztlich auch auf die Geschäfts-Entwicklung auswirkt.

Ericsson ist gezwungen weitere Sparmaßnahmen durchzuführen, um die Margen zu stabilisieren und wieder bessere Zahlen zu schreiben. Von diesen Maßnahmen könnten auch die Mitarbeiter betroffen sein.

Im Gespräch ist die Streichung von bis zu 15.000 Stellen. Doch davon sind nicht nur die normalen Angestellten betroffen.

Auch der einst so gefeierte CEO Hans Vestberg hat jetzt das Handtuch geworfen. Der Druck der Aktionäre war einfach zu groß.

Wer den Konzern jetzt weiterführen soll, ist noch völlig unklar. Zwischenzeitlich wird der Konzern vom Management-Stab geführt.

Die Lage bleibt undurchsichtig

Auf den neuen CEO warten anspruchsvolle Aufgaben. Auf Sicht von 6 bis 12 Monaten erwarten wir eine unterdurchschnittliche Kursentwicklung.

Gründe liegen neben dem Tohuwabohu bei Ericsson selbst in der harten Konkurrenz und den fehlenden Innovationen in der Branche.

Zwar ist Ericsson weltweit gut aufgestellt, doch ist das nicht mehr als eine Momentaufnahme. Als Anleger sollten Sie trotz der Dividendenrendite von 6,5% skeptisch bleiben.

11. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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