Dieser DAX-Wert wird jetzt wieder interessant

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Die Unsicherheit über die Akorn-Übernahme hat die Fresenius-Aktie lange belastet. Jetzt steht der Aufwärtstrend vor der Fortsetzung. (Foto: Fresenius SE & Co. KGaA)

Wenn Sie meine Newsletter schon seit einiger Zeit lesen, wissen Sie, dass ich ein großer Anhänger von Trendfolge-Strategien bin. Besonders angetan haben es mir Aktien, die sich bereits seit vielen Jahren in einem stetigen Aufwärtstrend nach oben bewegen.

Auf dem deutschen Kurszettel sind solche Wachstumswerte zwar eher selten, aber es gibt sie. Ein Titel, der sich seit vielen Jahren stetig nach oben bewegt, ist die Aktie des Gesundheitskonzerns Fresenius. Nach einer ausgedehnten Konsolidierung spricht nun viel dafür, dass sich der langfristige Aufwärtstrend fortsetzt.

Befreiungsschlag: Fresenius darf vom Akorn-Kauf zurücktreten

Seit dem Tief, das im Zuge der Finanzkrise im April 2009 bei gut 9 Euro erreicht worden war, hatte die Fresenius-Aktie bis Mitte 2017 bis auf ein Rekordhoch bei 80 Euro zugelegt – ein Kursanstieg um rund 780%. Seitdem allerdings befindet sich der DAX-Titel in einer ausgedehnten Konsolidierung. Im Tief fiel der Kurs im März dieses Jahres bis auf 59 Euro zurück, um sich in der Folge wieder ein wenig zu erholen.

Als Belastungsfaktor erwies sich die Unsicherheit über die Übernahme des Generikaherstellers Akorn. Der Gesundheitskonzern bot für das US-Unternehmen ursprünglich knapp 5 Mrd. Dollar. Weil sich dessen wirtschaftliche Lage rapide verschlechterte, wollte Fresenius von dem Deal zurücktreten. Das Management warf Akorn Betrug vor.

Tatsächlich ergaben Untersuchungen schwerwiegende Verstöße gegen die Vorgaben der US-Gesundheitsbehörde FDA. Fresenius zog vor Gericht. Seit wenigen Tagen ist klar: Der DAX-Konzern darf von der Übernahme zurücktreten. Am Montag vor einer Woche legte die Fresenius-Aktie daraufhin um fast 9% zu. Die Notierung von Akorn hingegen brach um fast 60% ein.

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Langfristiger Aufwärtstrend vor der Fortsetzung

Akorn kündigte zwar an, in Berufung zu gehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Urteil revidiert wird, ist jedoch äußerst gering. Damit dürfte die entscheidende Kursbremse für die Fresenius-Aktie beseitigt sein. Die Chancen, dass sich der langfristige Aufwärtstrend nach der langen Konsolidierung jetzt fortsetzt, sind durch das Urteil erheblich gestiegen.

Mit dem kräftigen Kursanstieg in der vergangenen Woche hat der DAX-Titel die 200-Tage-Linie, die aktuell bei rund 66 Euro verläuft, übersprungen. Eine zentrale charttechnische Hürde gilt es allerdings noch zu überwinden. Im Bereich um 71 Euro liegt eine massive Widerstandszone. In dieser Region hatten gleich mehrere Erholungsversuche seit Februar dieses Jahres ihr Ende gefunden.

Deshalb empfiehlt es sich aus meiner Sicht abzuwarten, ob der Ausbruch über das bisherige Jahreshoch von Mitte Juni (71,36 Euro) gelingt. Der Ausbruch über die mittelfristige Abwärtstrendlinie wäre ein starkes Signal. In diesem Fall steht einem baldigen Angriff auf das Allzeithoch vom Juni 2017 bei 80 Euro nichts im Wege.


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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.