Dieser Konzern macht Druck

Die Printbranche unterliegt einem Wandel. Die Zeitung von gestern ist schon längst nicht mehr die Zeitung von heute.

Seien Sie ehrlich? Lesen Sie noch jeden Tag die druckfrische Zeitung oder stöbern Sie oft auch an PC, Tablet oder Smartphone nach kostenlosen Inhalten?

Es sind v. a. die neuen Medien, die der alten Branche zu schaffen machen. Trotzdem kann man nicht behaupten, dass Druck komplett out ist.

Unternehmen wie Heidelberger Druck begegnen den neuen Herausforderungen offensiv. Ob das Früchte trägt, lesen Sie in unserer Analyse.

Heidelberger Druckmaschinen (HD) ist der bedeutendste Anbieter von Lösungen für die gesamte Druck-Industrie.

Nach der umfassenden Neuausrichtung gliedert sich das Unternehmen jetzt in die neu definierten Sparten Equipment, Service und Finanzdienste.

Von den Bereichen Digital und Web Systems hat sich Heidelberger Druckmaschinen getrennt.

Digital-Geschäft macht Hoffnung

Der jahrelange Sparkurs, der mit Kapazitäts- und Stellen-Abbau verbunden war, hat sich endlich ausgezahlt. 2015 ist HD kräftig gewachsen und in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt.

Überrascht hat v. a. das bereinigte operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA), das um 37% auf 189 Mio. € gestiegen ist. Ab 150 Mio. € arbeitet HD rentabel. In diesem Jahr will HD den Umsatz um bis zu 4% steigern.

Auch in Zukunft soll es in diesem Tempo weitergehen. Mittelfristig strebt der Konzern einen Umsatz von 3 Mrd € und eine EBITDA-Marge von 7 bis 10% an.

Immer wichtiger wird das wenig konjunkturabhängige Service-Geschäft, dessen Umsatz-Anteil mittelfristig von aktuell 40 auf mindestens 50% gesteigert werden soll. Auf das Digital-Geschäft sollen 10 bis 20% entfallen.

Der Konzern ist auf dem richtigen Weg

Entsprechend muss in diesem Bereich kräftig investiert werden. 700 Mio. € stehen dafür zur Verfügung. Noch in diesem Jahr sind 1 – 2 Zukäufe geplant.

Der Ausbau des Service-Geschäfts ist deshalb so wichtig, weil mit Ersatzteilen, Verbrauchs-Materialien wie Drucker-Tinte und Wartungs-Arbeiten höhere Margen erzielt werden können als mit Druckmaschinen.

Aber auch im Kerngeschäft mit Maschinen hellt sich die Lage auf. Hohes Wachstum versprechen digitale Drucker für den Werbe- und Verpackungsdruck. Schon jetzt kann HD den Markt mit einem umfassenden Angebot bedienen.

Die Jahreszahlen haben gezeigt, dass der Konzern auf dem richtigen Weg ist. Gegen HD sprechen die immer noch hohe Verschuldung und der negative freie Cashflow.

Auf eine Dividende werden die Aktionäre daher noch eine Weile warten müssen. Die Aktie ist daher für Dividenden-Anleger eher nichts.

30. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Volker Gelfarth. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt