Dieser Ölkonzern trotzt dem Preiskrieg

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Russische Unternehmen sind solider als ihr Ruf. Warum Lukoil trotz Preiskrieg einiges zu bieten hat. (Foto: fotowunsch/AdobeStock)

Russland setzt in der Corona-Krise auf Hilfs-Diplomatie –selbst die USA bekamen eine Lieferung Schutzmasken ab. Auch in Italien standen russische Helfer auf der Matte. Langfristig könnte das das Verhältnis zwischen Russland und der westlichen Welt verbessern – und im Falle von weniger Sanktionen auch russische Aktien begünstigen.

Wenn da nicht der Preiskrieg auf dem Ölmarkt wäre. Wir erklären Ihnen, wie Lukoil aufgestellt ist. Lukoil ist der zweitgrößte russische Ölkonzern, der von der Ölförderung bis zum Tankstellennetz die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt. Lukoil entstand 1991 aus drei der größten sibirischen Ölgesellschaften. Lukoil ist in 35 Ländern weltweit aktiv. An rund 5.600 Tankstellen in 22 Ländern werden die Produkte vertrieben.

Gutes Geschäft mit Gas

Trotz des deutlich niedrigeren Ölpreises lag der Umsatz von Lukoil in den ersten 9 Monaten mit 5,9 Bio RUB nur 1% unter dem Vorjahreswert. Der Gewinn konnte um 13,2% auf 520 Mrd RUB steigen. Durch die Aktienrückkäufe wuchs der Gewinn pro Aktie um 17,3% auf 755 RUB. 2019 stieg die tägliche Gesamtfördermenge um 1,4% auf 2,4 Mio Barrel. Im vergangenen Jahr startete Lukoil zahlreiche neue Ölfelder.

Trotzdem ist die Ölfördermenge lediglich um 0,4% auf 87,5 Mio Tonnen gestiegen. Der Wachstumsbringer von Lukoil liegt im Geschäft mit Gas. Mit 35 Mrd Kubikmeter konnte der Konzern 4,5% mehr Gas fördern. Auf dem Kandym-Gasfeld in Usbekistan konnte die Fördermenge um 7% gesteigert werden. Auch der Raffineriedurchfluss konnte um 2,1% auf 68,7 Mio Tonnen gesteigert werden. Lukoil verfügt über Reserven von 15,8 Mrd Barrel Öl-äquivalent. Damit hat der Konzern genügend Vorräte für 18 Jahre unter der Erde.

Vielversprechend – trotz des Preiskriegs

Mit einer Reserveersatzrate von 107% werden mehr Vorräte entdeckt als abgebaut. Im vergangenen Jahr erhöhte Lukoil die Reserven um 642 Mio Barrel. Der größte Teil davon befindet sich in Sibirien und im russischen Teil des Kaspischen Meers. Der Konzern verstärkt seine Zusammenarbeit mit Gazprom. Statt ein konkurrierendes Netz aufzubauen, nutzt Lukoil Teile der Infrastruktur von Gazprom.

Die beiden Konzerneplanen ein Joint Venture für die Erschließung der Gasfelder in Vaneyvisskoye und Layavozhskoye. Der Konzern kann dem niedrigen Ölpreis standhalten und wächst immer weiter. Zwar belastet der Ölpreiskrieg und der Absturz des Preises auch Lukoil, doch dürften russische Ölunternehmen von niedrigeren Steuern profitieren. Im Falle von Übertreibungen ist die Aktie von Lukoil langfristig interessant. Die Dividende ist ebenfalls sehr attraktiv und liegt bei mehr als sechs Prozent.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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