Dieser unbekannte Rohstoff ist der Top-Wert 2017

Palladium: Bei den meisten unter dem Radar – dabei gehört es auch zu den Edelmetallen und hat 2017 einen massiven Preissprung geschafft. (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Derzeit erleben wir an den Edelmetall-Märkten eine ungewöhnliche Phase – und damit meine ich nicht das 6-Wochen-Tief beim Goldpreis!

Solche Schwäche-Phasen tauchen immer einmal wieder auf. Ich rede hier vom massiven Aufwärtstrend beim Palladium.

Erstaunlicher Aufwärtstrend beim Palladium

Dieses eher unbekannte Metall gehört auch zu den Edelmetallen – wenn es auch massiv in der Industrie eingesetzt wird. Das gilt v. a. für Abgas-Katalysatoren in der Auto-Industrie.

Grundsätzlich ist die Rangfolge der Edelmetalle so: Platin kostet am meisten. Dann folgen Gold, Palladium und Silber.

Doch schon seit geraumer Zeit ist Gold teurer als Platin – eine ungewöhnliche Entwicklung.

Jetzt ist aber auch noch Palladium an Platin vorbeigezogen. So etwas hat es schon seit knapp 15 Jahren nicht mehr gegeben.

Ende vergangener Woche kletterte der Abstand zwischen Palladium und Platin auf mehr als 15 Dollar pro Feinunze an.

Einige Marktexperten gehen nun davon aus, dass dieser Trend sehr schnell wieder drehen könnte. So erklären die Rohstoff-Experten der Commerzbank ganz aktuell:

„Wir gehen davon aus, dass sich der Trend der Substitution von Platin durch Palladium in Diesel-Katalysatoren spätestens seit dem Erreichen der Preisparität deutlich verlangsamen oder sich sogar umkehren wird.

Wir erachten den Palladium-Preis als zu hoch und sehen dagegen Aufhol-Potenzial für den Platin-Preis.

Nach dem rekordhohen Preis-Abschlag von Platin zu Gold von rund 370 USD je Feinunze vor 3 Tagen sollte Platin zukünftig auch mehr Schmuck-Nachfrage auf sich ziehen.“

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An dieser Einschätzung ist Folgendes klar ablesbar:

Das Potenzial für Palladium ist nach dem massiven Anstieg von immerhin 30% in nur 12 Monaten doch deutlich eingeschränkt.

Gleichzeitig hat Platin noch weiteres Potenzial. Die Preisdifferenz zum Gold ist enorm groß.

Parität von Platin und Gold ist der Normalzustand

Eine Parität zwischen den beiden Metalle wird daher von vielen Experten erwartet.

Dabei stellt sich die Frage: legt der Platinpreis so massiv zu oder verliert der Goldpreis dementsprechend? Die Beantwortung dieser Frage ist nicht einfach.

Klar ist: nach dem deutlichen Preisaufschwung beim Gold in den vergangenen Wochen hat jetzt wieder eine Korrektur-Phase eingesetzt.

Der klare Aufwärtstrend hat sich damit nicht etabliert.

Ausblick

Insofern ist es in den nächsten Wochen gut möglich, dass der Gold-Preis eher auf den niedrigen Niveau verharren wird und der Platin-Preis etwas zulegen könnte.

Grundsätzlich bleibt der gesamte Bereich der Edelmetall aber sehr spannend.

Denn die Preis-Aufschläge in den vergangenen Wochen haben gezeigt, wie schnell sich ein neuer Aufwärtstrend beim Gold etablieren kann.

In dem Fahrwasser ist eben auch ein weiterer Preis-Anstieg beim Platin immer gut möglich.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.