Dieser Zulieferer hat Zukunft

Leuchten und Spiegel stecken in jedem Auto. Egal, ob Elektro- oder Verbrennungsmotor. Für Magna ist das ein Segen. (Foto: Grzegorz Czapski / shutterstock.com)

Wenn die Autoindustrie hüstelt, haben Zulieferer gleich eine Lungenentzündung. Weisheiten wie diese gehören zum Standardrepertoire von Anlegern. Doch entsprechen sie überhaupt der Wahrheit? Zwar gibt es einige Zulieferer, die sich angesichts der Transformation der Branche warm anziehen müssen, doch bringt Wandel immer auch Gewinner hervor. Einer der Gewinner ist ganz klar Magna. Warum uns die Aktie so gut gefällt und welche Rolle autonomes Fahren für Magna-Aktionäre spielt, lesen Sie in unserer Analyse.

Magna International Inc. ist weltweit der zweitgrößte Autozulieferer. 317 Herstellungsanlagen und 102 Entwicklungszentren in 29 Ländern Amerikas, Asiens und Europas zeugen von der Kompetenz des 1954 von Frank Stronach gegründeten Unternehmens, das alle Teile vom Grundgerüst bis zum Außenspiegel sowie komplette Modelle entwickelt und produziert. Zunehmend ist Magna in lukrativen Nischen tätig.

Magna hat beim autonomen Fahren einen Fuß in der Tür

Magna hat auch im 3. Quartal mehr umgesetzt und besser verdient. Der Umsatz stieg um 7% auf 9,54 Mrd $. Die Steigerung wurde erzielt, obwohl die europäische und nordamerikanische Pkw-Produktion um 8 bzw. 7% gegenüber dem 3. Quartal 2016 zurückging. Der Umsatz im Bereich Komplettfahrzeuge stieg um 55% und spiegelt im Wesentlichen die Einführung der BMW 5er-Serie im Werk in Graz wider, nach dem die Produktion des MINI Countryman und Paceman 2016 ausgelaufen war.

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Bei der Produktion des neuen 5er handelt es sich um eine sogenannte Split-Produktion, die zwischen dem BMW-Werk in Dingolfing und Magna aufgeteilt wird. Das operative Ergebnis (EBIT) lag 3% unter dem Vorjahreswert. Nur die Region Asien verzeichnete einen leichten Anstieg. Unterm Strich erhöhte sich der Gewinn um 5,4% auf 1,36 $ je Aktie. BMW, Intel und Mobileye wollen gemeinsam bis 2021 eine Plattform für autonome Fahrzeuge bereitstellen, die sich flexibel für die Integration durch verschiedene Automobilhersteller anpassen lässt. Dazu wurde Magna als Technologie- und Sensoranbieter mit an Bord geholt.

Spiegel und Leuchten werden immer gebraucht

In der Slowakei vergrößert Magna die Kapazitäten, weil das Geschäft mit Spiegeln stark wächst. Zu den Produkten zählen Außen- und Innenspiegelsysteme sowie Blinker und Einstiegsleuchten. Die Anlage versorgt dann 20 Kunden an über 80 Standorten weltweit. Für 2017 peilt Magna einen Umsatz von 38,3 Mrd $ an. Das Gros der Umsätze wird mit über 21 Mrd $ in Nordamerika gesehen. Die EBIT-Marge soll 7 bis 8% erreichen. Für uns ist die Aktie von Magna die beste Wahl in der Autoindustrie!


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.