Salzgitter: Dieses deutsche Unternehmen ist weltweit Spitze

Stahl ist nicht gleich Stahl. Dass es beim wichtigen Werkstoff durchaus qualitative Unterschiede gibt, beweist u. a. der Erfolg deutscher […] (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Stahl ist nicht gleich Stahl. Dass es beim wichtigen Werkstoff durchaus qualitative Unterschiede gibt, beweist u. a. der Erfolg deutscher Stahlkonzerne.

Einer der renommiertesten Vertreter ist Salzgitter. Als Technologieführer in ausgewählten Nischen hat sich das Unternehmen einen Namen gemacht.

Wir untersuchen in unserer Analyse, wie aussichtsreich ein Investment in die Aktie sein kann.

Zwar fällt die Dividende mit 0,8% recht mager aus, doch stimmen die Eckdaten ansonsten – doch der Reihe nach:

Salzgitter: Einer der größten Stahltechnologie-Konzerne Europas

Salzgitter gehört zu den größten Stahltechnologie-Konzernen Europas.

In Deutschland ist der Betrieb hinter thyssenkrupp die Nr. 2. Im Bereich Großrohre ist Salzgitter nach der Übernahme der Mannesmannröhren-Werke (MRW) Weltmarktführer.

Die Produkt-Palette umfasst:

  • Flachstahl-Produkte,
  • Träger,
  • Grobbleche
  • sowie nahtlose und geschweißte Rohre in allen Dimensionen.

Salzgitter verzeichnete trotz volatiler Rohstoffmärkte das beste Halbjahres-Ergebnis seit 2011.

Der Umsatz stieg v. a. aufgrund höherer Durchschnitts-Erlöse vieler Walzstahl-Produkte um knapp 1/5 auf 4,62 Mrd. €.

Haupttreiber waren die Bereiche Flachstahl, Grobblech/Profilstahl und Handel.

Das Vorsteuer-Ergebnis (EBT) verbesserte sich von 16,1 auf 100,2 Mio. €. Unterm Strich hat sich der Gewinn auf 64,7 Mio. € knapp versiebenfacht.

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Rohstoffpreise sorgen für Störfeuer

Auftrags-Eingang, Versand sowie Roh- und Walzstahl-Erzeugung der Sparte Flachstahl lagen geringfügig unterhalb der Vorjahreswerte.

Dagegen blieb der Auftrags-Bestand stabil. Das deutlich positive EBT der Sparte ist auf Umsatz-Zuwächse bei Flachstahl-Erzeugnissen durch die Anti-Dumping-Maßnahmen der EU zurückzuführen.

Gegenläufig wirkten gestiegene Beschaffungs-Preise für Rohstoffe, insbesondere für Kokskohle.

Zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit investiert die Salzgitter Flachstahl GmbH insges. 80 Mio. € in den Bau einer Anlage zur Vakuum-Behandlung des Rohstahls.

Im Bereich Grobblech/Profilstahl lag der Auftrags-Eingang unterhalb des Vorjahreswertes. Dies führte trotz des höheren Absatzes zu einem niedrigeren Auftragsbestand als 1 Jahr zuvor.

Walz- und Rohstahl-Erzeugung blieben stabil, während der Umsatz absatzbedingt kräftig anzog.

Einige Lichtblicke reichen nicht aus

Vor dem Hintergrund der guten Ergebnisse bestätigte Salzgitter seine Ergebnis-Prognose:

Erwartet wird ein Umsatz-Anstieg auf rund 9 Mrd. € und ein EBT zwischen 150 und 200 Mio €.

Zwar klingt ein Anstieg des Umsatzes zunächst einmal positiv, doch gibt es bei Salzgitter auch einige Schattenseiten:

Das Unternehmen ist sehr zyklisch und abhängig vom Verlauf der Rohstoffpreise.

Zwar konnte Salzgitter im Bereich des Walzstahls zuletzt höhere Preise durchsetzen, doch sehen wir auch weiterhin Risiken.

Gerade angesichts der spärlichen Dividende gibt es für Anleger aktuell nur wenige Gründe, in die Aktie einzusteigen. Warten Sie also besser noch ab!


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.