Statoil: Dieses Öl-Investment bringt Dividende

Was denken Sie über die Pläne, dass ab 2030 nur noch Fahrzeuge ohne CO2-Emissionen auf deutschen Straßen zugelassen werden sollen? Ich stehe dem Ganzen skeptisch gegenüber. Einerseits kann Fortschritt nur schwer verordnet werden.

Andererseits haben sich die deutschen Autobauer nicht gerade als Innovatoren hervorgetan, um moderne Antriebe auch bezahlbar an den Fahrer und die Fahrerin zu bringen. Egal ob wir ab 2030 nur noch lautlose Fahrzeuge auf unseren Straßen haben oder nicht, Öl bleibt der Schmierstoff der Weltwirtschaft.

Erstens wäre selbst ein emissionsfreies Deutschlands nur eine kleine Insel innerhalb eines Meers aus Volkswirtschaften, die sicher noch länger auf Verbrennungsmotoren setzen und zweitens gibt es für Öl andere Anwendungsgebiete. Doch der Reihe nach. Ich stelle Ihnen heute eine Öl-Aktie vor, die trotz einiger Probleme noch immer solide da steht – und mit 5,3% eine kräftige Dividende bringt.

Das Ergebnis enttäuscht, die Dividende bleibt

Statoil ASA wurde 1972 gegründet und ist der größte Öl- und Gaskonzern in den nordischen Ländern. Statoil ist weltweit in 34 Ländern präsent. Die wichtigsten Fördergebiete befinden sich in Brasilien, der Nordsee und der Barentssee.

Der Konzern betreibt zudem 8 Raffinerien in Norwegen, Dänemark, Deutschland und Großbritannien. Statoil hat zwar im 1. Halbjahr ein Drittel weniger umgesetzt. Dank eines starken 1. Quartals ist aber die Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelungen. Im 2. Quartal rutschte der Konzern trotz des Ölpreisanstiegs allerdings wieder in die Verlustzone. Selbst das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis war negativ.

Verantwortlich waren höhere Explorations- und andere operative Kosten sowie deutlich geringere Raffinerie- und Marketing-Margen aufgrund von Überkapazitäten. Wegen höherer Fördermengen im Ausland stieg die tägliche Öl- und Gasproduktion um 2,2% auf 2 Mrd Barrel. Die heimische Produktion ging dagegen zurück.

Das operative Ergebnis hat sich auf Halbjahresbasis auf 1,24 Mrd $ nahezu vervierfacht. Betrachtet man aber die Entwicklung in den einzelnen Sparten, sind keine Lichtblicke erkennbar. In der Raffinerie- und Marketing- Sparte brach das Ergebnis um 81% auf 283 Mio $ ein und im heimischen Ölgeschäft um 31% auf 2,6 Mrd $.

Und die Reduzierung des Verlusts im internationalen Ölgeschäft von 4,9 auf 1,3 Mrd $ kann auch nicht überzeugen. Denn im Vorjahr fielen deutlich höhere Abschreibungen an. Trotz der insgesamt enttäuschenden Ergebnisse werden die Aktionäre eine Quartalsdividende in unveränderter Höhe von 0,22 $ pro Aktie erhalten.

Die Dividende entscheidet!

Für eine Trendwende könnte der Produktionsstart bei einigen neuen Öl- und Gasfeldern sorgen. Zudem setzt Statoil auf den Erfolg des laufenden 2,5 Mrd $ schweren Sparprogramms und die nochmalige Kürzung der Investitionen auf jetzt 12 Mrd $.

Davon sollen 1,8 Mrd $ in die Erschließung neuer Vorkommen fließen. Zwar sehen wir nur mittelprächtige Aussichten, doch gehört Statoil aufgrund der Dividende zu den Top-Picks im Öl-Sektor! Greifen Sie gerne zu!

19. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Volker Gelfarth. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt