Dieter Wedels „Gier“: TV-Film über Millionenbetrüger

Für seinen neuen TV-Film "Gier" wählte der erfolgreiche Regisseur Dieter Wedel ein hochbrisantes Thema. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

In dem Fernseh-Zweiteiler nimmt sich der preisgekrönte Regisseur Dieter Wedel („Die Affäre Semmeling“, „Der große Bellheim“) einem Thema an, das aktueller kaum sein könnte:

Im Mittelpunkt von „Gier“ steht ein gerissener Anlageberater, auf dessen märchenhaften Aufstieg ein albtraumhafter Fall folgt.

Wedel hat sich für die Hauptfigur von dem Millionenbetrüger Jürgen Harksen inspirieren lassen.

Zu den Opfern gehörten Bohlen und Lindenberg

Harksen, der Ende der 80er und Anfang der 90 Jahre zahlreiche Anleger – darunter auch Prominente wie Dieter Bohlen und Udo Lindenberg – um über 100 Millionen D-Mark geprellt hatte, floh 1993 nach Südafrika. Von dort wurde er 2002 nach Deutschland ausgeliefert und verbrachte sieben Jahre hinter schwedischen Gardinen. Inzwischen lebt Harksen als Sommelier auf Mallorca.

Ulrich Tukur in der Hauptrolle

In Wedels Inszenierung schlüpft Ulrich Tukur („Das Leben der Anderen“, „Das weiße Band“) in die Rolle des verurteilten Anlagebetrügers.

Die Recherchearbeiten zu „Gier“ begannen bereits vor der Finanzkrise, die aber durch Anlagebetrüger wie Bernard Madoff für zusätzlichen Zündstoff sorgte. In einem Interview sagte Tukurm dass Anlagebetrüger für ihn „Menschen ohne Mitte“ sind.

Dieter Wedel: Eigene „Erfahrungen“ mit Anlagebetrügern

Auch Dieter Wedel musste am eigenen Leib bzw. Konto erfahren, wie fatal es sein kann, den falschen Leuten finanzielles Vertrauen zu schenken: Innerhalb von vier Monaten verlor er eine erhebliche Geldsumme, wie er in einem Interview mit der „Freien Presse“ berichtete.

Deshalb fällt Wedels filmisches Fazit dementsprechend ernüchtert aus: Sein Protagonist trägt einen weißen Anzug, um die Ähnlichkeit mit einem Sektenführer zu betonen, wie Wedel gegenüber Arte sagte. Da liegt es auf der Hand, dass er in seiner Inszenierung die Anleger wie verblendete Gläubige behandelt, die ihren Götzen anbeten.

GeVestor.de meint: Dieter Wedel hat ein Gespür für gefallene Charaktere, die das ganz große Geld riechen und am Ende dafür büßen müssen. „Gier“ könnte deshalb ein ebenso unterhaltsamer wie packender und entlarvender Blick auf die Ursachen sein, die Anlageberatern zu solchen Verbrechen treiben.

Wer bereits vorab einen Blick auf den Zweiteiler werfen möchte, kann ihn bereits am heutigen Abend auf arte schauen, bevor er in der nächsten Woche an zwei Abenden in der ARD läuft.

Sendetermine „Gier“ auf arte:

  • Teil 1 am 15. Januar um 20:15 Uhr, Teil folgt direkt im Anschluss um 21:45 Uhr

Sendetermine „Gier“ auf ARD:

  • Teil 1 am 20. Januar um 20.15 Uhr
  • Teil 2 am 21. Januar um 20.15 Uhr

Als filmische Lektion und Mahnung ist „Gier“ sicherlich geeignet. Denn statt nebulöser Versprechen sollten Sie nur nachweisbaren Fakten und fundamentalen Daten vertrauen – eben jenen Fakten und Daten, die Sie in „Der Geldanlage-Berater“ finden.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Tino Hahn
Von: Tino Hahn.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt