Digitale Dienstleistungen bestimmen die Marktrichtung

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Die Digitalisierung stellt die Marktstrukturen des Dienstleistungssektors auf den Kopf. Wer bei diesem Trend nicht mitmacht, verliert. (Foto: newroadboy / Shutterstock.com)

Der Dienstleistungssektor zählt zu den wichtigsten Wachstumsmotoren der Welt. Deshalb unterliegt gerade diese Branche sehr schnellen Veränderungen.

Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass die Digitalisierung die Marktstrukturen auf den Kopf stellt. Nachdem zahlreiche Start-up-Unternehmen entweder mit ihren innovativen Geschäftsideen gescheitert sind oder ihre Innovationskraft an eingespielte Unternehmen verkauft haben, geht jetzt eine regelrechte Digitalisierungswelle durch die Branche. Zahlreiche Dienstleistungen werden smarter, vernetzter oder erhalten zumindest eine neue, interaktivere Version.

Wer bei diesem Trend nicht mitmacht, verliert. Dabei stehen digitale Dienstleistungsangebote in einem ganz besonders harten Wettbewerb. Die Markteintrittsbarrieren sind nicht von Anfang an existent, sie müssen erst durch viel Marketingvorleistung aufgebaut werden. Erst dann zählen Bekanntheit, Kundenstamm und Größe.

Von oben sieht die Welt besser aus

Genau diese Marktposition haben sich CEWE Stiftung & Co. KGaA und Amadeus FiRe aufgebaut, wenngleich beide Konzerne ganz unterschiedliche Dienstleistungen anbieten. CEWE ist der führende Anbieter für digitale Fotoprodukte und Amadeus ist ein digitaler Personalvermittler. Für das 1. Halbjahr haben beide Konzerne überzeugende Zahlen vorgelegt. CEWE hat seinen Umsatz um 7,7% auf 272 Mio. € gesteigert. Unterm Strich konnten die Verluste um mehr als 80% reduziert werden.

Es wurde ein Fehlbetrag von 0,05 € pro Aktie ausgewiesen. Was auf den ersten Blick wie ein Makel aussieht, ist in Wahrheit ein großer Erfolg. CEWE entwickelt sich traditionell in den ersten Monaten defizitär. Die Geschäfte laufen erst nach den Sommerferien und im Weihnachtsgeschäft richtig an. Wenn es der Konzern aber schafft, seine Verluste im 1. Halbjahr gering zu halten, dann fallen die Jahresergebnisse umso besser aus.

Amadeus FiRe ist dagegen nicht so zyklisch. Hier werden ganzjährig Gewinne geschrieben. Im 1. Halbjahr stieg der Umsatz bei Amadeus um 13,4% auf 110,9 Mio. €. Das operative Ergebnis legte um 31,4% auf 20,9 Mio. € zu. Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn um 15,5% auf 2,23 € pro Aktie. Beide Unternehmen werden für das Gesamtjahr 2019 Rekordergebnisse vorlegen.

Politische Risiken belasten die Timing- Einstufungen

Überzeugende Zahlen hat auch ZEAL Network vorgelegt. Der Umsatz stieg im 1. Halbjahr um 6,2% auf 77,5 Mio. €. Unterm Strich ging der Gewinn allerdings um 8,3% auf 1,21 € pro Aktie zurück. Inbegriffen sind hier aber schon die Kosten für die Übernahme der Lotto24-Gruppe, die jetzt erstmalig vollkonsolidiert bilanziert wurde. Rechnet man die Sonderausgaben heraus, so verbesserte sich das EBITDA um 89% auf 31,2 Mio. €. Nur aufgrund regulatorischer Risiken und der politischen Probleme rund um den Brexit kann ich keine 5 Sterne in der Aktien-Analyse vergeben.

Ähnlich sieht es bei der UnitedHealth Group aus, die mit zweistelligen Gewinnzuwächsen überzeugen konnte. Allerdings ist das Geschäft mit Krankenversicherungen sehr politisch.

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Zwei Aktien aus dem Dienstleistungssektor auf die Sie zählen könnenBeide Unternehmen haben überzeugende Zahle vorgelegt und ich erwarte für 2019 neue Rekordergebnisse. › mehr lesen


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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