Discount-Zertifikate: Mehr Sicherheit, begrenzte Gewinne

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In bestimmten Marktphasen sind Discount-Zertifikate sehr gute Investitionsmöglichkeiten. Erfahren Sie hier, in welchen. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

An der Börse prallen auch zu Jahresbeginn 2019 zwei Welten aufeinander: Aus fundamentaler Sicht sind viele Aktien sehr günstig geworden (steigende Unternehmensgewinne bei gleichzeitig sinkenden Aktienkursen drücken das Kurs-Gewinn-Verhältnis gleich doppelt nach unten).

Aus politischer Sicht müssen jedoch erst einige Bomben entschärft werden, bevor die Anleger wieder stärker in Aktien investieren und das Kursniveau nach oben treiben. Viele Anleger stellen sich die Frage, wie sie auf diese Situation reagieren sollten. Eine Möglichkeit: Sie setzen auf Discount-Zertifikate.

Sie gewinnen sogar, wenn sich der Markt nicht bewegt

In unsicheren Marktphasen ist es oft besser, den gewünschten Basiswert (in unserem Fall Aktien) mit einem Rabatt zu kaufen. Es gibt an der Börse entsprechende Zertifikate mit Rabatt (englisch: Discount). Statt der Aktie oder des Index-Fonds kaufen Sie einfach ein Discount-Zertifikat.

Der Vorteil: Selbst in stagnierenden Marktphasen kassieren Sie attraktive Gewinne.

Ein Discount-Zertifikat richtet sich stets nach dem Basiswert (zum Beispiel Aktie, Index, Rohstoff, Edelmetall). Sie können sich also aussuchen, welcher Wert Ihrem Discount-Zertifikat zugrunde liegen soll. Diesen Wert nennt man Basiswert.

Dafür ist der Gewinn jedoch begrenzt

Allerdings erhalten Sie den Rabatt nicht ohne Gegenleistung. Schließlich muss auch die Bank, die ein solches Discount-Zertifikat herausgibt (der Emittent), etwas davon haben. Diese Gegenleistung erbringen Sie als Käufer eines Discount-Zertifikats durch einen Verzicht auf unbegrenzte Gewinne. Die Gewinne sind nämlich gedeckelt, sprich nach oben begrenzt.

Da Deckel auf Englisch Cap heißt, spricht man bei Discount-Zertifikaten von einem Cap. Das ist die Schwelle, ab der der Kurs Ihres Discount-Zertifikats nicht mehr steigt. Der Cap ist der maximale Wert, den der Kurs Ihres Discount-Zertifikats erreichen kann.

Bei Aktien gibt es für die Bank (Emittent) eine weitere Finanzierungsquelle: Während die Aktien-Besitzer in den Genuss einer Dividende kommen, gehen Zertifikate-Besitzer leer aus.

Praxis-Tipp: Bei Aktien mit sehr hohen Dividenden kann ein Discount-Zertifikat an Attraktivität einbüßen. Wenn eine Aktie beispielsweise auf eine Dividenden-Rendite von über 4% kommt (im DAX keine Seltenheit), müsste ein Discount-Zertifikat einen hohen maximalen Gewinn und einen großen Rabatt auf den Kurs bieten, um den Verzicht auf die Dividende auszugleichen. Wenn Sie zwischen Aktie und Discount-Zertifikat wählen, sollten Sie daher die Dividende mit einkalkulieren.

Fazit: Bei leicht fallenden und stagnierenden Märkten eine gute Wahl

Discount-Zertifikate sind in Phasen eines starken Aufwärtstrends (wegen der begrenzten Gewinnmöglichkeiten) im Gegensatz zu direkten Investments die schlechtere Alternative. Wenn Sie jedoch von leicht steigenden, stagnierenden oder leicht fallenden Märkten ausgehen, sind Discount-Zertifikate gegenüber direkten Investments die bessere Alternative.

Discount-Zertifikate können Sie übrigens entweder über die Börse oder im außerbörslichen Handel mit den Emittenten handeln. Aktuelle Empfehlungen zu Discount-Zertifikaten finden Sie in meinem Börsendienst Depot-Optimierer, in dem ich mich erst in der vergangenen Woche sehr ausführlich diesem Thema gewidmet und 2 attraktive Discount-Zertifikate empfohlen habe.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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