Disney ist der perfekte Vermarktungsgigant

Produkte kommen und gehen. Mode ist unbeständig. Aber Figuren? Sie haben Bestand und niemand hat mehr marktfähige Figuren als Disney. (Foto: Javi Az / Shutterstock.com)

Produkte kommen und gehen. Mode ist unbeständig. Aber Figuren? Sie haben Bestand und niemand hat mehr marktfähige Figuren als Disney. Schneewittchen und die sieben Zwerge wurden 1937 veröffentlicht, und Merchandise mit der Figur verkauft sich bis heute. Das gleiche kann man über Aschenputtel (1950), Alice im Wunderland (1951) und Dornröschen (1959) sagen. So ist es leicht verständlich, dass Disney beim Ranking der Handelseinnahmen jeden anderen Markenhalter weit hinter sich lässt.

Ein eisernes Gesetz

Es ist in der Medienbranche ein eisernes Gesetz, das beliebte Figuren aus Büchern, Filmen oder Spielen auf allen Kanälen vermarktet werden. Disney verfolgt dieses Prinzip schon seit Jahren und schafft es wie kein anderer Medienkonzern, sein geistiges Eigentum zu Geld zu machen. Micky und Goofy tapsen nicht nur durch Comics, sondern auch durch Zeichentrickfilme und Freizeitparks. Auch Computerspiele mit den Comichelden gibt es – eine perfekt geschlossene Verwertungskette.

Disney hatte eine Überraschung im Gepäck

Disney hat im 4. Quartal 2017 unter Schwund bei den Kabelnetzabonnenten gelitten und mit 1,75 Mrd. $ etwas weniger verdient. Der Umsatz ermäßigte sich um 2,8% auf 12,78 Mrd. $. Allerdings hatte der Konzern eine Überraschung im Gepäck: Disney kündigte eine Star Wars-Trilogie an.

Dazu erklärte Disney, dass Rian Johnson für die Zeit nach dem neunten Teil (2019) gleich für eine weitere Trilogie verpflichtet wurde. Johnson hat bereits bei der achten Episode der Science-Fiction-Saga (Die letzten Jedi), die im Dezember in die Kinos kam, Regie geführt. Die neue Trilogie wird von der Saga um Skywalker getrennt und es werden neue Charaktere aus einer Ecke der Galaxie eingeführt, die die ‚Star Wars‘-Geschichte noch nie zuvor erforscht hat.

Übernahme sorgt für Schub

Neuen Schub für die Aktie brachte die Übernahme von großen Teilen von 21st Century Fox für 52,4 Mrd. $. Es geht um den Kauf etlicher Fernsehsender sowie des traditionsreichen Hollywood-Studios 20th Century Fox. Damit kann Disney künftig auch Kinofilme wie „Avatar“, „Titanic“ oder „X-Men“ sowie Fernsehserien wie „Die Simpsons“ zeigen. Die 30%-Beteiligung von Fox an Hulu wird ebenfalls auf Disney übertragen. Dadurch erhält Disney eine Mehrheitsbeteiligung am Streaming-Service und könnte das als Hebelwirkung nutzen, um mehr Umsatz mit Hulu zu erzielen.

Fazit

Es ist schwer sich ein Medienunternehmen vorzustellen, dass nach der Übernahme von Fox noch größer sein könnte als Disney. Zusätzlich wird Disney in der Lage sein, mehr Gewinn aus der Kombination von Vermögenswerten zu generieren, als Fox das jemals könnte. Als Anleger kommen Sie nicht zu kurz. Eine Dividendenrendite von 1,6% sichert Ihnen einen Ertrag, der weit über dem von Festgeld  oder einer Staatsanleihe liegt.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.