DivDAX: Langfristig besser als der DAX

Die Börsen kreieren immer wieder neue Indizes Teilweise sind da auch welche dabei, die die Welt nicht unbedingt gebraucht hätte und die vor (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Die Börsen kreieren immer wieder neue Indizes Teilweise sind da auch welche dabei, die die Welt nicht unbedingt gebraucht hätte und die vor allem deshalb aus der Taufe gehoben werden, um wieder Zertifikate oder andere Anlageprodukte darauf emittieren zu können.

Ein durchaus interessanter Index ist jedoch der DivDAX, der die dividendenstärksten DAX-Konzerne bündelt.

DivDAX: VW, Beiersdorf und Merck rücken auf

Vor fünf Jahren hat die Deutsche Börse den DivDAX ins Leben gerufen. Der Dividendenindex DivDAX ist ein Aktienindex, der  die 15 dividendenstärksten Unternehmen unter den 30 DAX-Werten umfasst.

Auf diese Weise liefert der DivDAX den Kapitalanlegern einen Vergleichsmaßstab für die Wertentwicklung von Unternehmen, die hohe Dividendenrenditen aufweisen.

Einmal pro Jahr – immer im September – wird die Zusammensetzung überprüft und gegebenenfalls neu angepasst. So auch am kommenden Montag. Dann rücken die Vorzugsaktien von Volkswagen sowie die Papiere von Beiersdorf und Merck in den DivDAX auf und ersetzen dort ThyssenKrupp, K+S und MAN.

DivDAX: Langfristig gute Entwicklung

Indem er auf besonders dividendenstarke Titel setzt, soll der DivDAX eine eher konservative Strategie nachbilden. Für Anleger stellt sich da natürlich die Frage: Lohnt es sich, anstatt auf den DAX auf den DivDAX zu setzen?

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Rückrechnungen ergeben, dass der DivDAX, den es ja erst seit 5 Jahren gibt, auf Sicht von 10 Jahren um annähernd 50% zugelegt hätte. Damit hätte der Dividendenindex weit besser abgeschnitten als der DAX. Der nämlich liegt auf 10-Jahres-Sicht noch immer mit gut 10% im Minus.

Finanzkrise hat den DivDAX stärker getroffen

Auf kurze Sicht fällt die Bilanz des DivDAX dagegen nicht so erfreulich aus. Auf Sicht von 3 Jahren steht ein Minus von gut 23% zu Buche, während der DAX nur 16% verlor. Auf 5 Jahre schneidet der DivDAX mit einem Plus von knapp 20% ebenfalls schlechter ab als der DAX, der 26% zulegen konnte.

Warum der DivDAX in den letzten Jahren hinter dem DAX zurückblieb, ist einfach zu erklären.

Als 2008 die Finanzkrise ausbrach, waren im Dividendenindex relativ viele Bank- und Finanzwerte enthalten, deren Kurse im Zuge der Krise massiv an Wert verloren. Deshalb brach der DivDAX gegenüber seinem Hoch um mehr als 61% ein.

DivDAX: Trotz Schwächen ein interessantes Konzept

Dieser heftige Einbruch offenbart die Schwächen des DivDAX. Zum einen wird die Zusammensetzung nur einmal pro Jahr überprüft. Außerdem wird die zuletzt gezahlte Dividende zugrundegelegt, nicht die künftig zu erwartende Ausschüttung. Dennoch ist der DivDAX ein interessantes Index-Konzept.

Angesichts der positiven langfristigen Entwicklung sehe ich gute Chancen, dass der DivDAX auch künftig eine bessere Performance aufweisen kann als der DAX.


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Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.