DocuSign: Mit elektronischen Unterschriften zum Erfolg

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Die Aktie des Spezialisten für elektronische Unterschriften - Docusign - ist im Höhenflug. Die Corona-Krise beflügelt die Geschäfte - und der Trend dürfte unumkehrbar sein. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Beeindruckender könnte eine Kursentwicklung wohl kaum ausfallen: Seit dem Jahreswechsel laufen die Aktien von DocuSign wie am Schnürchen gezogen nach oben. Selbst der turbulente März konnte den Papieren so gut wie gar nichts anhaben. Die Bilanz ist eindrucksvoll: Wer Anfang Januar investiert hat, kann sich beinahe über eine Verdreifachung des eingesetzten Kapitals freuen. Inzwischen liegt der Börsenwert des Technologieunternehmens bei fast 40 Milliarden Dollar.

Was steckt hinter der massiven Kursrally? Ist die schwindelerregende Bewertung durch die operative Entwicklung untermauert? Wie schätzen die Analysten die Zukunft der Firma ein?

Marktführer bei der elektronischen Unterschrift

Seit seiner Gründung im Jahr 2003 hat DocuSign es sich zum Ziel gesetzt, Geschäftsprozesse zu beschleunigen und das Leben für Unternehmen und Menschen auf der ganzen Welt einfacher zu machen. Bei der Entwicklung der elektronischen Signatur hat der Konzern Pionierarbeit geleistet. Inzwischen unterstützt DocuSign Unternehmen bei der Verknüpfung und Automatisierung der Art und Weise, wie Verträge vorbereitet, unterzeichnet, umgesetzt und verwaltet werden. Auf dem Gebiet der elektronischen Unterschrift zählt der Konzern zu den Marktführern.

Automatisierung spart enorme Kosten

Der Geschäftsansatz ist so simpel wie einleuchtend: Veraltete, papierbasierte Vertragsprozesse werden durch digitale Prozesse ersetzt. Die DocuSign-Plattform bietet über 350 vorkonfigurierte Integrationen mit beliebten Business-Apps. Darüber hinaus ermöglicht die API die Einbettung und Verbindung von DocuSign mit der Website des Kunden, mobilen Anwendungen und benutzerdefinierten Arbeitsabläufen. Heute nutzen mehr als 500.000 Kunden und hunderte Millionen von Anwendern in über 180 Ländern DocuSign, um ihren Geschäftsablauf zu beschleunigen.

Global Player mit hohen Wachstumsraten

Mittlerweile ist das Unternehmen ein echter global Player mit mehr als 3.000 Mitarbeitern an 15 Standorten weltweit. Im ersten Quartal, das bei DocuSign bis Ende April ging, kletterten die Umsätze auf 297 Millionen Dollar. Das war ein stattliches Plus von 39%. Die Corona Krise hat offenbar die Neukundengewinnung angefeuert. Es wurden 68.000 neue Kunden in nur 90 Tagen registriert.

Dabei entfielen 95% der gesamten Erlöse auf gut planbare Software-Subskriptionen. Noch beeindruckender war allerdings das Plus von 59% bei den Billings. Diese Kennzahl entspricht dem Geld, das den Kunden in einer Periode tatsächlich in Rechnung gestellt wird. Unter dem Strich stand, wie bei Hochwachstumsunternehmen nicht unüblich, noch ein Verlust von 48 Millionen Dollar in den Büchern.

Prognose nach oben geschraubt

Mit Vorlage der Zahlen zeigte sich der Konzernchef Dan Springer optimistisch und passte seine Prognose nach oben an. Der Umsatz soll nun rund 1,31 Milliarden Dollar betragen nach 974 Millionen Dollar im Vorjahr. Sollten die Ziele erreicht werden, würde DocuSign mit 35% wachsen. Bei der operativen Gewinnmarge rechnet der US-Konzern mit 7%.

Fazit: Der Trend hin zu elektronischen Unterschriften hat sich durch die Corona-Pandemie nochmals deutlich beschleunigt und dürfte unumkehrbar sein. Zu groß sind die Effizienzvorteile für die Kunden des Unternehmens. Mit dem deutlich größeren Rivalen Adobe hat DocuSign ein großes Wachstumsfeld zu beackern. Allerdings dürfte nach der sensationellen Kursentwicklung und der auf 40 Milliarden Dollar gestiegenen Bewertung ein Großteil der Phantasie, zumindest kurzfristig, im Aktienkurs enthalten sein. Entsprechend zurückhaltend zeigen sich momentan die Analysten, die sich mit der Aktie beschäftigen. Von 18 Experten, raten lediglich 10 zum Kauf der Papiere. Sieben Analysten stufen die Aktie als Halteposition ein, während ein Banker eine Verkaufsempfehlung ausspricht. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 188 Dollar deutlich unter dem aktuellen Aktienkurs (215 Dollar).

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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