DocuSign: Wie es nach der Pandemie weitergeht

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DocuSign-Aktie: Spezialist für elektronische Unterschriften mit Sonderkonjunktur. Aktie nach rasanter Kursrally im Seitwärtsmodus (Foto: Michael Vi / shutterstock.com)

Mit einer starken Kursentwicklung konnte die DocuSign-Aktie im letzten Jahr überzeugen. Immerhin kletterten die Papiere von 75 bis auf 223 Dollar in die Höhe. Inzwischen liegt der Börsenwert des Technologieunternehmens bei fast 42 Milliarden Dollar. Auf dem Kursniveau scheiden sich an der Aktie die Geister: Während sich die Befürworter auf einen adressierbaren Wachstumsmarkt mit mehr als 50 Milliarden Dollar Marktvolumen stützen, verweisen Skeptiker auf die hohe Bewertung und die Corona-Sonderkonjunktur, die sich vielleicht als nicht nachhaltig herausstellen könnte.

Marktführer bei der elektronischen Unterschrift

Bevor wir auf die jüngste Geschäftsentwicklung eingehen, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell des US-Konzerns erst einmal gerne im  Detail vorstellen: Seit seiner Gründung im Jahr 2003 hat DocuSign es sich zum Ziel gesetzt, Geschäftsprozesse zu beschleunigen und das Leben für Unternehmen und Menschen auf der ganzen Welt einfacher zu machen. Bei der Entwicklung der elektronischen Signatur hat der Konzern Pionierarbeit geleistet. Inzwischen unterstützt DocuSign Unternehmen bei der Verknüpfung und Automatisierung der Art und Weise, wie Verträge vorbereitet, unterzeichnet, umgesetzt und verwaltet werden. Auf dem Gebiet der elektronischen Unterschrift zählt der Konzern zu den Marktführern.

Automatisierung spart enorme Kosten und sorgt für rasante Verbreitung

Der Geschäftsansatz ist so simpel wie einleuchtend: Veraltete, papierbasierte Vertragsprozesse werden durch digitale Prozesse ersetzt. Die DocuSign-Plattform bietet über 350 vorkonfigurierte Integrationen mit beliebten Business-Apps. Darüber hinaus ermöglicht die API die Einbettung und Verbindung von DocuSign mit der Website des Kunden, mobilen Anwendungen und benutzerdefinierten Arbeitsabläufen.

Heute nutzen mehr als 820.000 Kunden und Hunderte von Millionen Nutzern in mehr als 180 Ländern  DocuSign, um Dokumente zu erstellen, hochzuladen und zu versenden, die von mehreren Parteien elektronisch unterzeichnet werden können.

Global Player mit hohen Wachstumsraten

Mittlerweile ist das Unternehmen ein echter global Player mit mehr als 3.000 Mitarbeitern an 15 Standorten weltweit. Im dritten Quartal, das bei DocuSign bis Ende Oktober ging, kletterten die Umsätze auf 382,9  Millionen Dollar. Das war ein stattliches Plus von 53%. Die Corona Krise hat offenbar die Neukundengewinnung angefeuert. In den letzten drei Quartalen erhöhte sich die Anzahl der Kunden um 233.000 auf inzwischen 822.000.

Dabei entfielen 95% der gesamten Erlöse auf gut planbare Software-Subskriptionen. Noch beeindruckender war allerdings das Plus von 63% bei den Billings. Diese Kennzahl entspricht dem Geld, das den Kunden in einer Periode tatsächlich in Rechnung gestellt wird. Unter dem Strich stand, wie bei Hochwachstumsunternehmen nicht unüblich, noch ein Verlust von 58,49 Millionen Dollar in den Büchern. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahresquartal waren es 46,59 Millionen Dollar Verlust.

Prognose nach oben geschraubt

Im Jahresverlauf hat Konzernchef Dan Springer die Prognose bereits nach oben angepasst. Der Umsatz soll nun rund 1,42 Milliarden Dollar betragen nach 974 Millionen Dollar im Vorjahr. Sollten die Ziele erreicht werden, würde DocuSign mit 45% wachsen.

Fazit: Der Trend hin zu elektronischen Unterschriften hat sich durch die Corona-Pandemie nochmals deutlich beschleunigt und dürfte unumkehrbar sein. Zu groß sind die Effizienzvorteile für die Kunden des Unternehmens. Mit dem deutlich größeren Rivalen Adobe hat DocuSign ein großes Wachstumsfeld zu beackern. Die Phantasie spiegelt sich in der deutlich gestiegenen Bewertung der Aktie wider. Die Analysten zeigen sich derzeit uneinheitlich. Von 18 Experten, raten 13 zum Kauf der Papiere. Vier Analysten stufen die Aktie als Halteposition ein, während ein Banker eine Verkaufsempfehlung ausspricht. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 279 Dollar allerdings deutlich über dem aktuellen Aktienkurs (223 Dollar).


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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