Dominanz der chinesischen Luxuskonsumenten wächst

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2025 werden laut Schätzungen, chinesische Konsumenten für knapp die Hälfte des Luxusgüterumsatzes verantwortlich sein. (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey werden chinesische Konsumenten 2025 für knapp die Hälfte des Luxusgüterumsatzes verantwortlich sein.

2016 belief sich ihr Anteil auf rund 1/3 des globalen Luxusmarktes. Ihre jährlichen Pro-Kopf-Luxusausgaben sollen um mehr als 5% steigen. Chinas Anteil am Gesamtmarkt hätte dann ungefähr einen Wert von 131 Mrd. €. Die Ober- und Mittelschicht nimmt durch das Wirtschaftswachstum kontinuierlich zu. In diesem Jahr löst China die USA als das Land mit den meisten Millionären ab. Chinesische Luxuskonsumenten gelten als besonders konsumfreudig, markentreu, preissensibel und reisefreudig. Ein chinesischer Haushalt gibt mit 9.200 € zum Beispiel mehr als doppelt so viel wie ein französischer oder italienischer Haushalt für Luxusartikel aus.

Für 93% der Luxusshopper kommen vor dem Kauf nur 2 Topmarken in Frage. Hauptkriterium für die Kaufentscheidung ist der globale Bekanntheitsgrad. Da das Einkaufserlebnis und die Preise im Ausland oftmals besser als im Heimatland sind, werden ¾ der Luxusartikel im Ausland gekauft. Die Wahl des Reiseziels wird in vielen Fällen sogar unter dem Shoppingaspekt vorgenommen. Hauptvertriebskanäle sind der Einzelhandel, Kaufhäuser und Duty-Free-Läden. Der Online-Kanal spielt aufgrund des fehlenden Vertrauens in die Authentizität der Waren beim Online-Kauf mit 7% noch eine untergeordnete Rolle.

Zweifel an der Verfassung des Luxusmarktes in China nehmen zu

Aufgrund der Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China hat der Optimismus in den Aufstieg des chinesischen Luxusmarktes im vergangenen halben Jahr einen Dämpfer bekommen. Es wird befürchtet, dass die US-Strafzölle auf Waren aus China das Wirtschaftswachstum und die Konsumlust trüben könnten. Die wachsende Skepsis hat zum Teil zu erheblichen Kursrücksetzern geführt. Am stärksten bergab ging es für Swatch mit -39%, Richemont mit -35% und Tapestry mit -30%.

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Aber auch der Rest büßte zwischen 15 und 25% von den Jahreshochs ein. Das Gute daran: Die Bewertungsniveaus sind dadurch attraktiver geworden. Bis jetzt lässt sich aus den Zahlen unserer Unternehmen auch keine Abschwächung ablesen; vielmehr verzeichneten unsere Unternehmen auf breiter Basis operative Fortschritte, und der Großteil steuert auf neue Rekordergebnisse zu.

Neue Rekordmarken auf breiter Front in Sicht

Swatch glänzte im 1. Halbjahr mit einem Umsatzplus von 14,7%, Produktivitätsfortschritten und einem überproportionalen Gewinnanstieg von rund 70%. Die Übernahmen im Online-Bereich haben Richemont zu einem Umsatzsprung von 21,1% verholfen. Die Marge geriet durch die Integrationskosten und die anhaltenden Probleme im Großhandel beim Uhrensegment unter Druck.

LVMH kann sich auf sein starkes Markenportfolio mit dem Zugpferd Louis Vuitton verlassen und erwirtschaftete im 1. Halbjahr ein Gewinnplus von 41%. Der Konzern wird dieses Jahr erneut Rekordwerte präsentieren. Bei Tapestry rechne ich gestützt auf die wachsende Beliebtheit der Marke Coach und der sinkenden Integrationskosten mit Fortschritten beim Umsatz und Gewinn.

Tiffany konnte den Umsatz in den ersten 9 Monaten um 10% und den Gewinn um 24% erhöhen, sodass von neuen Spitzenwerten für das Gesamtjahr auszugehen ist. Nicht zu stoppen ist aktuell Kering. Das Revival der Marke Gucci ist beeindruckend. Deren Umsatz ist das 7. Quartal in Folge mit mehr als 30% gewachsen.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.