Donald Trump schätzt Börsenentwicklung falsch ein

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Inwiefern US-Präsident Donald Trump die Börsenentwicklung falsch einschätzt und warum Aktien für mich die erste Wahl bleiben. (Foto: Tero Vesalainen / shutterstock.com)

US-Präsident Donald Trump hat eine Vorliebe für den Kurznachrichtendienst Twitter. Über diesen äußerte er sich nun wieder in spektakulärer Weise, liegt mit seiner Einschätzung jedoch komplett daneben.

Wenn irgendjemand außer mir übernimmt, wird es einen Marktcrash geben, wie man ihn noch nie zuvor gesehen hat, so Donald Trump auf Twitter. Was den US-Aktienmarkt angeht, hat er eine klare Meinung: Unter seiner Führung läuft es exzellent. Und hätte die US-Notenbank Fed nicht im vergangenen Jahr insgesamt 4 Mal die Zinsen angehoben, würden die Märkte um 5 bis 10.000 Punkte höher liegen; glaubt zumindest Trump.

Gleichzeitig ist Trump der Ansicht, dass die Lage bei einem Sieg der Opposition im Jahr 2016 heute deutlich schlechter wäre. Hätte die Opposition die Wahl gewonnen, wäre der Aktienmarkt bis jetzt um mindestens 10.000 Punkte gefallen.

Das Problem: Die Wahrnehmung von Trump ist an dieser Stelle (was meines Erachtens keine Ausnahme ist) falsch! Die US-Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass Untersuchungen zeigen, dass die bisherige Leistung des Dow Jones Industrial Average (Dow Jones Index) in Trumps Amtszeit im Vergleich zu seinen Vorgängern nur mäßig ist und den unter den Demokraten Barack Obama und Bill Clinton erzielten Gewinnen hinterherhinken.

Trotz politischer Unsicherheiten: Aktien bleiben erste Wahl

Sie sehen: Ganz so gut, wie Trump meint, lief es an den Aktienmärkten (auch in den USA) nicht. Dafür sorgten insbesondere auch die politischen Unsicherheiten (Handelskonflikte), die Trump selbst angezettelt hat. Trotz der politischen Unsicherheiten bleiben für mich jedoch Aktien ganz klar die erste Wahl!

Allein schon deshalb, weil es keine ernsthafte Alternative zu Aktien gibt. Die großen Investoren wie Warren Buffett können nicht ewig auf den hohen Cash-Reserven (über 100 Mrd. US-Dollar) hocken.

Verglichen beispielsweise mit Immobilien oder Anleihen sind Aktien aktuell geradezu zu Spottpreisen zu haben, vor allem Aktien von Unternehmen aus zyklischen Branchen. Wenn Sie die Dividendenrenditen mit den Zinsrenditen halbwegs sicherer Anleihen vergleichen, stellen Sie fest, dass Investitionen in relativ sichere Anleihen keine ernsthafte und vor allem keine dauerhafte Alternative sein können.

Daneben gibt es aktuell einige allgemeine potenzielle Kurstreiber für die Aktienmärkte. Dazu zählen beispielsweise mögliche Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed sowie weitere geldpolitische Maßnahmen der Europäischen Zentralbank.

Nicht vergessen sollten Sie auch, dass eine Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China nach wie vor jederzeit möglich ist. Genauso überraschend wie der Deal Anfang Mai gekippt wurde, könnte er schon in wenigen Wochen unter Dach und Fach gebracht werden. Dann würden die Karten komplett neu gemischt. Denn dann würden sämtliche Konjunkturprognosen quasi über Nacht nach oben korrigiert werden müssen.

Daher mein Appell an Sie: Lassen Sie sich von den politischen Unsicherheiten und den damit einhergehenden Schwankungen an den Märkten nicht verrückt machen und bewahren Sie stattdessen einen kühlen Kopf.

Wenn Sie Risiken scheuen, sollten Sie Ihr Depot defensiv ausrichten. Wenn Sie langfristig anlegen und größere Schwankungen aushalten können, sollten Sie offensiver investieren und damit auf längere Sicht die deutlich höheren Gewinne einfahren. Für beide Herangehensweisen finden Sie Hilfestellungen in meinen Börsendiensten.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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