Doordash: Essenslieferdienst mit fulminanten Börsenstart

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Doordash: Essenslieferdienst feiert fulminanten Sprung aufs Parkett. Anleger reißen sich zum Börsengang um die Papiere des Corona-Profiteurs (Foto: Mano Kors / shutterstock.com)

Die Erwartungen an den Börsengang waren hoch, konnten aber aufgrund der enormen Nachfrage sogar übertroffen werden. Obwohl die Anteile bei den Anlegern bereits oberhalb der avisierten Preisspanne platziert wurden, ging der Aktienkurs am ersten Handelstag förmlich durch die Decke. Am Ende gingen die Papiere mit einem Tagesplus von 75% aus dem Rennen.

Lieferdienst stemmt bislang größten Börsengang in den USA in diesem Jahr

Mit dem fulminanten Börsenstart hat der US-Essenslieferdienst den bisher größten Börsengang in den USA in diesem Jahr auf das Parkett gelegt. Obwohl die Aktien mit 102 Dollar pro Anteil bereits über der Preisspanne an die Investoren verkauft wurden, rissen sich die Anleger im Nachgang regelrecht um die Papiere.

Kurz zum Hintergrund: Am vergangenen Freitag wurde die Preisspanne auf 90 bis 95 Dollar nach oben geschraubt. Mit der Erstnotiz schnellte der Kurs in die Höhe. Der erste Kurs lag mit 182 Dollar bereits signifikant über dem Ausgabepreis der Aktien. Am Ende lag der Schlusskurs bei 189 Dollar, womit der Börsenwert auf knapp über 60 Milliarden Dollar anstieg.

Börsengang spült rund 3,4 Milliarden Dollar in die Kassen

Viel besser hätte es wohl kaum laufen können. Immerhin lag die Bewertung zum Börsenstart doppelt so hoch wie bei der jüngsten Finanzierungsrunde im Juni. Zu den Ankeraktionären des Konzerns gehören beispielsweise auch Technologieinvestoren wie Sequoia oder die japanische Softbank.

Firmengründer hat weiterhin die Kontrolle

Trotz des Börsengangs sitzt Mitgründer und Vorstand Tony Xu weiterhin auf dem Fahrersitz. Er hält nicht nur einen großen Teil der mit 20-fachem Stimmrecht ausgestatteten Aktien der Klasse B. Er kontrolliert zudem auch die übrigen „Superaktien“, die von den Mitgründern Stanley Tang und Andy Fang gehalten werden. Nach dem Börsengang halten die Gründer 626 Millionen und die normalen Aktionäre 286 Millionen Stimmrechte.

Profiteur der Corona-Pandemie

Dabei zählt Doordash wie Delivery Hero, Gruphub, Uber Eats oder Just Eat Takeaway zu den klassischen Profiteuren der weiter grassierenden Virus-Pandemie. Die Nachfrage nach Essenslieferungen ist seit dem Jahresbeginn deutlich nach oben geschnellt.

Bislang fokussierte sich Doordash vor allem auf die Vorstädte, um dem harten Wettbewerb beim Kampf um große Metropolen wie Manhattan oder Downtown Los Angeles zu umgehen. Heute ist Doordash Marktführer in den USA vor Uber Eats.

Umsatz schießt in die Höhe

In den ersten neun Monaten hat sich der Umsatz von Doordash mehr als verdreifacht auf 1,92 Mrd. Dollar. Zudem gelang es überraschend dank des Umsatzsprungs im zweiten Quartal sogar einen Gewinn zu erwirtschaften. Nach neun Monaten stand unter dem Strich noch ein Verlust von 149 Mill. Dollar, der allerdings deutlich niedriger ausfiel als das Minus von 533 Mill. Dollar im Vorjahr, das noch fast so hoch wie der Umsatz war.

Ob diese Entwicklung nachhaltig ist, wird sich erst noch zeigen müssen. Für den Moment treiben die Anleger aber auch die Aktien der Konkurrenzunternehmen spürbar in die Höhe.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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