Douglas nach der Übernahme: Finanzinvestoren drehen auf

Der Drogerie-Konzern Douglas plant die Übernahme der französischen Parfümerie-Kette Nocibe. (Foto: andersphoto / Shutterstock.com)

Der Drogerie-Konzern Douglas plant ie Übernahme der französischen Parfümerie-Kette Nocibe. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht, Medien berichten jedoch von einem Betrag in der Größenordnung von 500 Mio. Euro.

Klappt der Deal wie geplant, entsteht Frankreichs zweitgrößte Drogeriekette hinter der LVMH-Tochter Sephora. Nocibe und Douglas bleiben nach der Übernahme allerdings weiter deutlich hinter dem Branchenprimus.

Sanierung abseits der Börse

Douglas wurde im Vorjahr von der Gründerfamilie Kreke sowie dem amerikanischen Finanzinvestor Advent International von der Börse genommen. Das Unternehmen hatte bei der Buchhandels-Tochter Thalia Schwierigkeiten und wollte das Unternehmen abseits der Börse restrukturieren.

Ohne Börsennotiz ist ein Konzernumbau deutlich einfacher, da aufgrund der fehlenden Rechenschaft gegenüber den Investoren mehr Ruhe im Unternehmen herrscht und die Entscheidungswege kürzer sind.

Neben Douglas haben zuletzt mehrere Unternehmen diesen Weg gewählt – unter anderem der amerikanische IT-Konzern Dell (der Übernahme-Sensor berichtete ausführlich).

Dritter Versuch: Diesmal soll es klappen

Für Douglas geht ein langjähriger Traum in Erfüllung. Unternehmens-Chef Henning Kreke sagte, dass die Hagener Gruppe schon vor 10 Jahren eine Übernahme geplant hatte, doch dass der Deal damals scheiterte.

Bei einem zweiten Versuch zog das Unternehmen den Kürzeren gegen den Finanzinvestor Charterhouse, der jetzt als Nocibe-Eigentümer verkaufsbereit ist.

Die beiden Seiten sind einer Einigung nahe, sodass der Deal planmäßig über die Bühne gehen dürfte. Einen Zeitrahmen nannte das Unternehmen jedoch aufgrund spezieller gesetzlicher Hindernisse nicht.

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Übernahme sorgt für Umsatzsprung

Douglas verstärkt sich mit Nocibe im Kerngeschäft. Die Parfümerie-Sparte ist der Hauptumsatz-Bringer und war auch der wesentliche Grund für den Einstieg des Finanzinvestors Advent.

Durch die Übernahme wird der Internationalisierungskurs fortgesetzt und steigert die Umsatzerlöse in dem Bereich um rund 25%. Neben einer besseren Marktstellung in Frankreich, erhofft sich Douglas auch Kosteneinsparungen.

Internationalisierung noch nicht abgeschlossen

Douglas erklärte, dass es im Zuge der Übernahme keine Filial-Schließungen geben werde. Dies dürfte den Übernahme-Prozess beschleunigen, denn in Frankreich müssen die Betriebsräte bei einem Eigentümerwechsel mit einbezogen werden.

Mit der Nocibe-Übernahme ist der Wachstumshunger noch nicht gestillt. Kreke erklärte, dass sowohl durch Neu-Eröffnungen als auch durch weitere Übernahmen der Internationalisierungskurs fortgesetzt werde.

Übernahme-Geschäft beschert Anlegern hohe Gewinne

Aktionäre konnten an dieser Übernahme nicht mitverdienen. Sowohl Douglas als auch Nocibe sind nicht börsennotiert.

Vor einem Jahr war das anders – da notierte Douglas im deutschen Mittelstandsindex MDAX. Wer sich rechtzeitig bei der Douglas-Aktie positionierte, konnte im Zuge des Börsenrückzugs einen schönen zweistelligen Gewinn kassieren.

Mit den Lesern meines Börsendienstes „Der Übernahme-Gewinner“ waren wir natürlich dabei und konnten in weniger als einem Jahr über 20% Gewinn einfahren. In diesem Jahr liegt der durchschnittlich realisierte Gewinn bei 7 Trades deutlich über 20%. Hinzu kommen satte Buchgewinne.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.