Dow Jones: Kommt jetzt die Explosion nach oben?

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Trotz aller vermeintlicher Crashwarnungen haben wir den Monat Februar bislang gut überlebt. Nur einzelne Aktien haben etwas deutlicher korrigiert. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Der Bond Markt zieht an. Es gibt also wieder Zinsen auf Staatsanleihen. 10 Jahre oder 30 Jahre. Beide Optionen werden immer attraktiver. Das sollte Gelder aus dem Aktienmarkt ziehen. Tut es aber nicht. Im Gegenteil: Abgesehen von der NASDAQ laufen die US-Indizes weiter nach oben. Der Dow Jones hat heute im fünften Anlauf das Tor geöffnet.

Nach einem Allzeithoch gibt es wieder ein neues Allzeithoch. Warum auch nicht? Wenn die Kurse steigen, muss es nicht immer bei einer Rekordmarke sofort auf den Deckel geben. Das beweist der Dow Jones beeindruckend. Da geht es einfach immer weiter rauf. Koste es, was es wolle. Es hilft natürlich auch, wenn eine Boeing heute noch einmal um gut 4 Prozent steigt und damit den Index stützt.

Dow Jones im Tageschart

Im Bereich um 31.650 Punkte hat der Index inzwischen viermal wieder nach unten gedreht. Heute konnte er das schier unmögliche schaffen und die Marke tatsächlich hinter sich lassen. Ob das von Dauer ist, wissen wir nächste Woche. Die Trendlinie bremst die Kurse vermutlich etwas ein.

Wenn Sie etwas kreativ begabt sind, erkennen Sie unter Umständen eine schiefe Schulter-Kopf-Schulter-Formation im Chart – das ganze natürlich invertiert. Diese iSKS hätte bullische Ziele Richtung 32.750 Punkten. Das wäre schon verrückt, wenn der Dow trotz steigenden Zinsen beim Bond Markt hier noch so einen Sprung nach oben machen würde.

Aber nur weil das fundamental wenig Sinn ergibt, heißt das logischerweise nicht, dass es nicht passieren kann. Der Dow Jones könnte nach Charttechnik also noch weitere 1.000 Punkte drauflegen. Dafür muss aber der Ausbruch über diese Nackenlinie gelingen. Ich habe da noch meine Zweifel. Ob die berechtigt sind, ist dabei leider egal. Der Dow Jones hört nicht auf mich und Sie sollten auch nur das glauben, was Sie sehen. Und das zeigt der Chart hier eindeutig, falls die Gewinne nicht wieder abgegeben werden.

Dann können wir uns auf weiteres Notenbank-Geld freuen, das in den Markt strömt. Die Blase ist scheinbar noch nicht groß genug. Während die chinesische Notenbank bereits Geld vom Tisch nimmt, drehen die USA den Hahn weiter auf. Vielleicht gibt es ja doch nur eine Richtung: Einbahnstraße nach Norden.

Tech-Werte sind uneinig

Dagegen haben die Technologiewerte heute einen gemischten Tag. Tesla mit einem Plus von 4 Prozent – steht schon wieder bei 730 US-Dollar, aber noch unter der logarithmischen Trendlinie. Amazon gibt erneut gut 1 Prozent ab, so auch Apple. Dafür laufen heute alle Unternehmen, die etwas mit Reisen zu tun haben, unglaublich gut: Norwegian Cruise Lines legt heute fast 10 Prozent zu. United Airlines steigt um 7 Prozent; American Airlines um 5 Prozent.

Sektorenrotation – so wird das Spiel jetzt genannt. Die Sau treiben wir seit Wochen durch’s Dorf. Mal ist der eine Sektor im Plus, am nächsten Tag wieder ein anderer. Hier wird wild Geld herumgeschoben und am Ende bleibt außer Volatilität nicht viel. Das kann morgen schon wieder ganz anders aussehen. Insofern bringt einem als Trader diese Information auch wenig, wenn man weiß, welcher Sektor heute gut lief. Der kann morgen noch einmal gut laufen oder eben auch wieder fallen. Wir haben derzeit ein wenig Roulette im Markt.

Dennoch: Trotz aller vermeintlicher Crashwarnungen haben wir den Monat Februar bislang gut überlebt. Die Indizes stehen fast unverändert und nur einzelne Aktien haben etwas deutlicher korrigiert. Jetzt ist nur die Frage, ob wir das größte Erdbeben schon gesehen haben, oder ob das nur das Vorbeben war und der März mit größeren Ausschlägen auf uns wartet.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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