Dow Jones, S&P 500 & Co. – US-Börsenindizes im Überblick

Die US-Börsen sind für Beginner relativ unübersichtlich. GeVestor zeigt Ihnen die Unterschiede zwischen Dow Jones, S&P 500 und NASDAQ 100. (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

In den Nachrichten kommen sie stündlich, auf Computerschirmen flackern sie sekündlich: Börsenindizes. Viele Anleger möchten am Aufwärtstrend eines Index partizipieren. Das können sie auch, indem sie Fonds oder Zertifikate kaufen, die einen bestimmten Index abbilden. Aber nicht jeder Index ist dafür geeignet. Heute geht es um US-Börsenindizes. Was steckt hinter Dow Jones, S&P 500 oder Nasdaq 100?

Dow Jones Industrial Average

Der Dow Jones Industrial Average, kurz Dow Jones, ist der wohl bekannteste Länder-Index. Sein Stand wird börsentäglich in den Nachrichten gemeldet. Viele Anleger glauben, der Dow Jones wäre ein perfektes Abbild der US-amerikanischen Wirtschaft. Das stimmt aber nicht ganz.

Denn im Dow Jones sind nicht etwa die größten Unternehmen der USA vertreten, sondern die „wichtigsten“. Wobei der Herausgeber dieses Börsenindex, der Dow Jones Verlag, nach nicht näher definierten Kriterien selbst entscheidet, was er für wichtig hält und was nicht.

Im Dow Jones finden sich etwa Unternehmen wie Walt Disney, Coca-Cola und Microsoft.

Was allerdings die Berechnung angeht, ist der Dow Jones ein wahrer Dinosaurier. Es wird keine Rücksicht auf den Börsenwert (Aktienkurs ×Aktienanzahl) der Mitglieds-Unternehmen genommen, vielmehr hat dasjenige Unternehmen den größten Einfluss, dessen Aktienkurs am höchsten ist.

Die Anzahl der ausgegebenen Aktien bleibt unberücksichtigt. Die absurde Folge: Eine Aktie mit einem Kurs von 100 US-$ hat viel mehr Einfluss auf die Index-Entwicklung als eine Aktie, die 10 US-$ kostet. Die Gewichtung ist damit verzerrt. Fazit: Der Dow Jones ist für ein Index-Investment nicht zu empfehlen.

Standard & Poor’s 500

Der Standard & Poor’s 500, kurz S&P 500: Die 500 größten börsennotierten US-Unternehmen sind in diesem Index zusammengefasst. Entscheidend für den Einfluss eines Unternehmens auf den Index-Stand ist der Börsenwert der frei handelbaren Aktien.

Das größte Gewicht haben der Ölmulti Exxon Mobil, der Chiphersteller Intel und der Konsumgüterriese Procter & Gamble. Der S&P 500 ist damit viel moderner als der Dow Jones. Er ist aber wie dieser ein reiner Kurs-Index, bei dem die Dividenden sich nicht auf den Index-Stand auswirken.

Wenn Sie auf die US-amerikanische Wirtschaft als Ganzes setzen möchten, ist der S&P 500 eine gute Wahl für ein Index-Investment.

Nasdaq 100

Der Nasdaq 100 ist eine Mischung aus einem Länder- und einem Branchen-Index. Berechnet wird er von der Nasdaq, einer großen, vollelektronischen Börse in New York. Der Nasdaq 100 repräsentiert 100 US-amerikanische Technologie-Unternehmen. Die größten Einzelwerte sind Microsoft, Google und Apple.

Auch der Nasdaq 100 ist ein moderner Index, der den Börsenwert der Mitglieds-Unternehmen berücksichtigt. Die Dividenden werden allerdings auch hier nicht in den Index-Stand einkalkuliert. Es handelt sich also um einen Kurs-Index.

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.