Dow Jones: So schätze ich das aktuelle Gewinn-Potenzial ein

Im gestrigen Beitrag untersuchten wir die aktuelle Charttechnik des DAX. Dabei hatten wir festgestellt:

  • Das 50-Tage-Momentum hat nach dem jüngsten Anstieg exakt an einer Widerstands-Linie angedockt.
  • Diese Widerstands-Linie verbindet die Spitzen des Indikator-Verlaufs seit Dezember 2015.

Das heißt: 6x drehte das Momentum in diesem Zeitraum an dieser Linie wieder nach unten und leitete damit eine Korrektur im DAX ein.

Die Wahrscheinlichkeit, dass dies nun erneut geschieht, ist hoch, da der deutsche Leitindex seit Ende August ohne nennenswerte Korrektur mehr als +10% zugelegt hat.

Der DAX steht mithin vor einer wichtigen Trend-Entscheidung: Denn ein Durchstoßen der Widerstands-Linie nach oben wäre andererseits ein starkes Kaufsignal.

Da die Wall Street traditionell den Trend für die weltweiten Aktienmärkte vorgibt, wollen wir heute auf die aktuelle Ausgangslage im Dow Jones schauen.

Das hilft uns bei der Einschätzung der DAX-Chancen.

Analyse mit der 200-Tage-Linie-Kanal-Technik

Für eine anschauliche Einschätzung greife ich auf die 200-Tage-Linie zurück, also den langfristigen Trend.

Die 200-Tage-Linie errechnet sich aus dem Durchschnitt der jeweils letzten 200 Schlusskurse. Daher wird der Indikator auch als Gleitender Durchschnitt (GD200) bezeichnet.

Für meine heutige Analyse habe ich sozusagen „Kanäle“ in einem prozentualen Abstand um die 200-Tage-Linie gezogen.

Ziel dieser „Technik“ ist es, die Kanäle so zu platzieren, dass möglichst viele Berührungspunkte mit den Zwischenhochs- und -tiefs des Index-Verlaufes generiert werden.

Schauen wir uns das einmal im Chart an:

Der Dow Jones hat sein Gewinn-Potenzial ausgeschöpft

dow jones_25-10-2017

Dow Jones: Gewinn-Potenzial aktuell de facto ausgeschöpft   

Sie sehen sehr schön, dass sich der Dow Jones in der Zeit von März bis November 2016 in einer Bandbreite von +7% zur 200-Tage-Linie bewegte.

Am Ende dieser Zeitspanne notierte der US-Leitindex nahe seines GD200 und bot damit ein hohes Gewinn-Potenzial (grüne Kreise).

Ab der 2. Dezember-Woche 2016 veränderte sich die Bandbreite: Fortan pendelte der Dow Jones zumeist zwischen den Oberseiten des 10%- und 7%-Kanals und teilweise knapp darunter.

Lediglich Ende Februar / Anfang März 2017 erreichte der Index kurzzeitig sogar einen Abstand von +12,5% zur 200-Tage-Linie.

Ein Euphorie-Anstieg kurz vor dem Top signalisierte eine bevorstehende Korrektur (gelber Kreis).

Zeichen für eine Wall Street-Korrektur verdichten sich

Wie Sie sehen, hat der Dow Jones in der vergangenen Handelswoche erneut einen Euphorie-Anstieg ausgebildet und seit Freitag die Obergrenze des 10%-Kanals erreicht.

Ich denke, wir sind uns einig:

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Dow Jones nach dem dynamischen Anstieg um fast 1.900 Punkte bzw. +8,7% seit Mitte August 2017 nun auch noch bis an die +12,5% Kanalgrenze klettert, ist zwar gegeben, aber doch eher gering.

Gewinn-Potenzial im DAX aktuell nur noch gering

Zur Ergänzung und zum Vergleich zeige ich Ihnen nun auch noch einmal den DAX mit seinen 200-Tage-Linie-Kanälen:

dax_25-10-2017

DAX: Das Gewinn-Potenzial ist weitgehend ausgeschöpft.

Wie Sie sehen, ist die Neigung des DAX, innerhalb der 200-Tage-Linie-Kanäle zu pendeln, noch höher als beim US-Pendant.

Noch ist die Oberseite des 7,5%-Kanals nicht erreicht – allerdings ist das Gewinn-Potenzial mit rund 220 Punkten inzwischen doch ziemlich limitiert.

Fazit und Empfehlung

Fassen wir zusammen:

Der DAX steht, wie das 50-Tage-Momentum anzeigt, vor einer bedeutsamen Trend-Entscheidung.

Gelingt der Ausbruch über die seit Dezember 2015 bestehende Widerstands-Linie, dann wäre dies als massives Kaufsignal zu werten.

Die +10%-Rallye seit August 2017 ohne nennenswerte Korrektur signalisiert Ihnen andererseits einen inzwischen überhitzten DAX.

Wahrscheinlich wäre daher, vor dem genannten Kaufsignal, ein Rücksetzer im Momentum und damit einhergehend eine Abkühlung im deutschen Leitindex.

Der Dow Jones hat nach einer vergleichbaren Rallye inzwischen sein Gewinn-Potenzial de facto ausgeschöpft, wie uns die 200-Tage-Linie-Kanäle anzeigen.

Entsprechend ist auch hier die Wahrscheinlichkeit für eine Korrektur-Bewegung aktuell sehr hoch – wohlgemerkt: Wir reden hier über Korrekturen und nicht über einen Crash!

Aber meiner Ansicht nach ergibt es aktuell auch wenig Sinn, auf dem erreichten hohen Niveau Aktien zu kaufen.


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25. Oktober 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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