Dow Jones und S&P 500 mit neuen Allzeithochs

In dieser Handelswoche ereichten die beiden wichtigsten US-amerikanischen Aktien-Indizes neue Allzeithochs:

Sowohl der S&P 500, der die 500 größten börsennotierten US-Unternehmen umfasst, als auch der traditionsreiche Dow Jones markierten in dieser Woche neue historische Höchststände.

Zwar konnte der deutsche Leitindex DAX im Wochenverlauf die runde und psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten zurückerobern.

Dennoch notiert der deutsche Leitindex nach wie vor rund 20% unter seinem Allzeithoch aus dem vergangenen Jahr.

Rekord-Ausschüttungen treiben US-Indizes an

Ein wichtiger Grund für die Allzeithochs bei S&P 500 und Dow Jones waren die unerwartet starken Arbeitsmarktdaten für den vergangenen Monat Juni, die vor wenigen Tagen veröffentlicht wurden.

Es gibt aber nicht nur kurzfristige, nachrichtengetriebene Kurstreiber, sondern auch einen wichtigen strategischen Treiber:

Ausschlaggebend für die schon länger anhaltende relativ stabile Wertentwicklung amerikanischer Aktien (trotz solider, aber nicht sehr guter Umsatz- und Gewinn-Entwicklungen) ist eine fast beispiellose Ausschüttungs-Welle in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen.

In den vergangenen 12 Monaten haben die US-Firmen laut S&P Dow Jones Indices eigene Aktien für fast 560 Mrd. US-Dollar zurückgekauft (steigert am Markt die Nachfrage nach Aktien) und damit einen neuen Bestwert aufgestellt.

Die Dividenden-Zahlungen erreichten laut Factset den höchsten Wert binnen einer Dekade. Mit den großzügigen Ausschüttungen halten viele US-Konzerne die Anleger bei Laune, die am Anleihenmarkt keine Rendite mehr finden.

An der Spitze der US-Aktienrückkäufer steht der Technologie-Riese Apple, der zuletzt für 38 Mrd. US-Dollar eigene Aktien zurückgekauft und vernichtet hat.

Wie sich Aktienrückkäufe auswirken

Wenn ein Unternehmen eigene Aktien zurückkauft und anschließend vernichtet (in der Börsensprache sagt man weniger brutal: „einzieht“), hat das mehrere positive Wirkungen:

  1. Aktienrückkäufe sorgen dafür, dass der zukünftige Unternehmens-Gewinn auf weniger Aktien verteilt werden muss (selbst bei stagnierenden Gewinnen steigt dann der Gewinn je Aktie).
  2. Der gleiche Effekt bei der Dividende: Die Dividenden-Summe muss auf weniger Aktien verteilt werden. Dadurch steigt die Dividenden-Rendite.
  3. Aktienrückkäufe sorgen an der Börse für eine steigende Nachfrage nach der entsprechenden Aktie. Bleibt das Angebot gleichzeitig konstant, steigt der Aktienkurs.
  4. Verkaufswillige Aktionäre können ihre Aktien direkt an das Unternehmen verkaufen und belasten dadurch nicht den Kurs an der Börse.

Deutsche Aktien mit Nachholpotenzial

Abschließend lässt sich festhalten, dass sich US-Aktien unterm Strich nicht nur, aber auch wegen des großen Volumens an Aktienrückkäufen positiv entwickelt haben.

Weiterhin weisen deutsche Aktien derzeit ein relativ großes Nachholpotenzial im Vergleich zu US-Titeln auf, da der DAX knapp 20% unter seinem Allzeithoch notiert, während Dow Jones und S&P 500 in dieser Woche neue historische Höchststände erreichten.

Diese Differenz spiegelt sich auch in den Bewertungen wider: Während die DAX-Werte nur mit dem 13-fachen Jahresgewinn bewertet werden, liegt das KGV am US-Markt deutlich höher bei 17 bis 18.

Daher mein Fazit am Ende der Börsenwoche: In den USA finden Sie aktuell die besseren Trend-Aktien, in Deutschland die besseren „Schnäppchen“.

15. Juli 2016

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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