Dr. Hönle-Aktien kommen unter die Räder

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Die SDAX-Aktie des UV-Spezialisten Dr. Hönle kommt nach der Anpassung der Jahresprognose unter die Räder. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Unter der Überschrift „Vorstand konkretisiert Prognose“ hat am vergangenen Freitag Dr. Hönle seine Erwartungen für das Geschäftsjahr 2018/2019 auf den jeweils unteren Rand des bisher kommunizierten Zielkorridors von 115 bis 130 Mio. Euro beim Umsatz und 22 bis 30 Mio. Euro beim Betriebsergebnis angepasst. Nach den Krisenjahren 2002 und 2009 kommt es damit erst zum dritten Mal in der Unternehmensgeschichte zu einem Umsatzrückgang.

Die Aktie des UV-Spezialisten kam daraufhin ordentlich unter die Räder und verlor im freitäglichen Handel 4,8 Prozent an Wert. Damit war die Dr. Hönle-Aktie Schlusslicht im SDAX 50. Seit dem Allzeithoch im vergangenen Juli hat die Aktie inzwischen mehr als ein Drittel ihres Wertes eingebüßt.

Großprojekte hinken hinterher

Wenig beruhigend mutet die Begründung für die schwache Entwicklung an. Es sind nämlich ausgerechnet volumenstarke Aufträge im Segment „Klebstoffe“, die sich nach Einschätzung der Großkunden von Dr. Hönle voraussichtlich schlechter entwickeln werden als zunächst angenommen. Überdies kommt es bei einigen Klebstoffprojekten, deren Realisierung bereits in diesem Geschäftsjahr erwartet worden waren, zu Verschiebungen ins nächste Geschäftsjahr.

Aber auch die Geschäftszahlen im Segment „Geräte & Anlagen“ werden im laufenden Geschäftsjahr 2018/2019, das am 30. September endet, unter den Werten des Vorjahres liegen. Vor allem die Auftragseingänge aus der Druckindustrie liegen hier unter den ursprünglichen Prognosen. Gegenläufig verläuft dagegen die Umsatz- und Ertragsentwicklung im betragsmäßig kleinsten Segment „Glas & Strahler“, das von guten Auftragseingängen in der Ballastwasserentkeimung profitiert.

Geschäftsmodell in Kurzform

Dr. Hönle gehört zu den weltweit führenden Anbietern für industrielle UV-Technologieprodukte und -lösungen. Das Unternehmen aus Gräfelfing bei München entwickelt, produziert und vertreibt weltweit UV-Anlagen, UV-Strahler und UV-Messtechnik. Die Anlagen kommen bei der Vernetzung photoreaktiver Substanzen, bei Oberflächenentkeimung und Sonnensimulation zum Einsatz.

Produkte von Dr. Hönle werden in der Druck-, Veredelungs-, Beschichtungs-, Automobil-, Luftfahrt- und Pharmaindustrie sowie in Fertigungsprozessen der Elektronik, Mikroelektronik, Feinmechanik und Optik eingesetzt.

Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr

Ungeachtet der kurzfristigen Verschiebungen blickt der Vorstand optimistisch in die Zukunft. So deuten die laufenden Projekte insbesondere im Klebstoffsegment darauf hin, dass die Dr. Hönle-Gruppe im kommenden Geschäftsjahr 2019/2020 ein Rekordergebnis einfahren könnte.

Würden sich diese Erwartungen konkretisieren, wäre die Aktie von Dr. Hönle derzeit mit dem 12,7-fachen der 2020er Gewinnschätzungen bewertet. Gegenüber dem SDAX ist dies ein deutlicher Bewertungsabschlag, der angesichts der hervorragenden Wachstumsbilanz des Unternehmens nicht gerechtfertigt erscheint.

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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

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